Kann Windows Vista lebensgefährlich sein?
Wissenschaftler warnt vor DRM-Management
- Totale Überwachung via "Vista Content Protection"
- System könnte wichtige Einrichtungen lahmlegen

Peter Gutmann, seines Zeichens IT-Experte, warnt vor einem Szenario, wonach das kommende Betriebssystem von Windows Vista die Rechte der User erheblich einschränke. Seiner Ansicht nach soll die neue "Digital Rights Management"-Technologie namens "Vista Content Protection" so restriktiv sein, das sie sogar potenziell Menschenleben gefährden könne.
Wie das Nachrichten-Portal golem.de berichtete, veröffentlichte der Experte für IT und Bildbearbeitung im Internet einen Artikel, in dem er dem DRM-System des neuen Betriebssystems von Microsoft ausdrücklich den Kampf ansagt. Seine Einschätzung kommt zu dem ernüchternden Fazit, dass Vista Content Protection "die längste Selbstmordankündigung der Geschichte" sei.
Neue "Rechtssprechung"
Unter den zahlreichen Neuerungen von Vista, an denen Microsoft über viereinhalb Jahre lang gearbeitet hat, ist die Verwaltung digitaler Rechte gänzlich neu. Demnach wurde eine Vielzahl an Vorkehrungen getroffen, darunter etwa eine Dateisystem-Verschlüsselung und die Festplattenverschlüsselung BitLocker. Dies und ein System namens "Device Control" sollen dafür sorgen, dass sich die Nutzung von Dateien bzw. Dokumenten auf den jeweiligen PC beschränkt.
Gefährliches "Monopoly" von Microsoft
In einem entsprechenden Microsoft-Dokument (siehe Link) heißt es dazu: "Die geschützte Umgebung in Windows Vista wird, nach Verstreichen einer angemessenen Warn- und Wartefrist, jeden Treiber blockieren, der Premium-Inhalte nicht ausreichend schützt [...] Wenn ein- und derselbe Treiber für alle Chips eines Herstellers eingesetzt wird, dann könnte die Blockade des Treibers dazu führen, dass alle Produkte eines Herstellers einen neuen Treiber benötigen." Dies bedeutet nicht zuletzt wegen der Geräte-Kontrolle, dass die Redmonder einen - ihrer Ansicht nach wohlgemerkt - fehlerhaften Treiber nicht billigen und dadurch wichtige Systemkomponenten, im schlimmsten Fall ganze Computer, via Internet einfrieren können.
Warum lebensbedrohlich?
Gutmann führt an, dass Computer öffentlicher Einrichtungen wie etwa Ministerien, Flughäfen oder auch Krankenhäuser in Zukunft mit dieser Verwaltung via Internet einfach abgeschaltet werden können. Weiters weist der IT-Experte darauf hin, dass die automatisch verringerte Darstellungsqualität bei der Bearbeitung geschützter Inhalte, die für Vista vorgesehen ist, etwa Röntgenaufnahmen verfälscht darstellen könne, ohne dass der User es bemerkt. Microsoft hat sich bis dato zu den Anschuldigungen von Gutmann nicht geäußert. (red)
Webtipp:
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