"Satanisches" Rockkonzert: 230 Besucher bei Veranstaltung im Iran festgenommen

  • Auch schwedische & britische Staatsbürger darunter
  • Frauen aufgefordert, kurze Kleidung zu tragen

Die iranische Polizei hat westlich von Teheran 230 Besucher eines Rockkonzerts festgenommen, unter ihnen britische und schwedische Staatsbürger. 230 Besucher des "satanischen" Rockkonzerts im Stadtteil Mohammadjahr in Karaj seien "identifiziert und festgenommen" worden, sagte der Staatsanwalt der Stadt, Ali Farhadi, laut der Website des iranischen Fernsehens.

110 der Festgenommenen seien ins örtliche Gefängnis gebracht worden, die anderen seien noch in Polizeigewahrsam. Ermittlungen seien eingeleitet worden. Die Urteile gegen die "wichtigsten Vertreter dieser satanischen Organisation" sollten bald gesprochen werden, ergänzte Farhadi.

Den Angaben zufolge hatten die Organisatoren auf den Einladungskarten die Frauen aufgefordert, kurze Kleidung zu tragen. Zudem hätten "kompromittierende Fotos" aufgenommen werden sollen, um die Frauen zu "erpressen", berichtete das Fernsehen weiter. Bei den Festgenommenen handle es sich überwiegend um junge, wohlhabende Menschen.

Die Polizei habe Musikanlagen, Alkohol, Raubkopien von CDs, Frauenkleidung und Drogen beschlagnahmt. Die iranischen Behörden gehen regelmäßig gezielt gegen offiziell als unmoralisch eingestufte Verhaltensweisen vor. Ziel der Kampagnen sind etwa nachlässig verschleierte Frauen oder Männer mit westlichen Frisuren und westlicher Kleidung.

(apa/red)

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