Deutscher Ex-Kanzler Schmidt gegen US- Raketenabwehr: "Sichert nur US-Vormacht"
- Vortrag: "Amerikaner sollten sich zurücknehmen"
- Kritik: "Wegen US-Plänen droht neues Wettrüsten"
Der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat sich in Moskau gegen die US-Raketenabwehrpläne in Mitteleuropa ausgesprochen. "Die Amerikaner sollten sich zurücknehmen", sagte der 88-Jährige bei einem Vortrag im Deutschen Historischen Institut in der russischen Hauptstadt. Die geplante Stationierung von US-Raketen in Polen und einer Radaranlage in Tschechien sei ein "Programm zur Sicherung der amerikanischen Vorherrschaft".
Schmidt kritisierte das "leise Dahinscheiden von Rüstungsbeschränkungen" und sagte, es drohe wegen der US-Pläne ein neues Wettrüsten. Gleichzeitig forderte er die Weltmächte auf, ihre Waffenexporte zu stoppen.
Russland hatte den USA im Zusammenhang mit dem geplanten Aufbau einer Radaranlage zur Raketenabwehr in Tschechien Spionageabsicht vorgeworfen. Moskau wies wiederholt das amerikanische Argument zurück, die Raketenabwehr sei gegen mögliche Raketen unter anderem aus dem Iran gerichtet. Als Gegenreaktion kündigte Moskau die Stationierung eigener Abwehrsysteme an. (apa)