Kleines Land im Konzert der Großen:
Schweden spielt wieder die erste Geige
- Porträt: Geschichte des schwedischen Verbandes
- PLUS: Steckbrief und die größten Stars des Landes

Schweden hat seine eindrucksvolle Serie fortgesetzt und sich auch für das fünfte fußballerische Großereignis im neuen Jahrtausend qualifiziert. Zum insgesamt vierten Mal und dritten Mal en suite sind die Gelb-Blauen in Österreich und der Schweiz bei einer EURO dabei. Der bisher größte Erfolg des elffachen WM-Teilnehmers ist der Vizeweltmeistertitel bei der Heim-WM 1958. Dazu holten die Skandinavier noch zweimal WM-Bronze (1950 in Brasilien und 1994 in den USA), den Olympiasieg 1948 und WM-Platz vier 1938. Eine eindrucksvolle Visitenkarte für ein Land, das gerade einmal etwas mehr als neun Millionen Einwohner zählt.
Wie in den meisten anderen europäischen Ländern, waren es auch in Schweden Briten, die den Fußball ins Land importierten. Bereits 1870 gibt es erste Aufzeichnungen über fußballerische Aktivitäten. Noch vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Spiele auf organisiertem Niveau bestritten, der erste schwedische Meister im Jahr 1896 ermittelt. 1904 erfolgte die Gründung des schwedischen Fußballverbandes Svenska Fotbollförbundet, im gleichen Jahr beteiligte sich Schweden in Paris an der Gründung der FIFA.
Erfolgsjahre
Seine größten Erfolge feierte das Drei-Kronen-Team Ende der 1940er und 1950er Jahre. Bei den Olympischen Spielen 1948 in London holte sich die Landesauswahl durch einen 3:1-Sieg im Endspiel über Jugoslawien die Goldmedaille. Zwei Jahre später wurde bei der Weltmeisterschaft 1950 der dritte Platz erreicht.
Durch die Erfolge errang der schwedische Fußball rasch Aufmerksamkeit auch außerhalb seiner Landesgrenzen. Vor allem in Südeuropa erkannte man die Qualitäten der skandinavischen Kicker. Einige Nationalspieler wechselten in dieser Zeit als Profis nach Italien, Spanien oder Frankreich. Da der schwedische Verband Profifußball ablehnte, wurden sie nicht mehr für Länderspiele nominiert. Ein deutlicher Leistungsabfall der Nationalmannschaft war die Folge.
Zwar konnte bei den Olympischen Spielen 1952 noch die Bronzemedaille geholt werden, aber erneut verließen etliche Auswahlspieler Schweden in Richtung des finanziell und sportlich lukrativeren Südens. Wenig überraschend verpasste der Verband die Qualifikationen für die Weltmeisterschaft 1954 und die Olympischen Spiele 1956.
Vize-Weltmeister im eigenen Land
Für die Weltmeisterschaft 1958 überdachte das Auswahl-Komitee der Nationalmannschaft die Nominierungsrichtlinien und berief fünf im Ausland spielende Schweden in den Kader. Bei der WM im eigenen Land kam die Mannschaft bis ins Finale. Im Endspiel unterlag man der brasilianischen Auswahl, die im torreichsten Finale der WM-Geschichte durch einen 5:2-Sieg erstmals den WM-Titel holte.
Schweden konnte lange Zeit nicht an die Erfolge aus diesem Jahrzehnt anknüpfen. Regelmäßig wurden Qualifikationen für Großereignisse verpasst. Erst mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1990 hob sich das Nationalteam wieder aus der Versenkung. Durch die Ausrichtung der EM 1992 nahm Schweden erstmals an einer Europameisterschaft teil und erreichte prompt das Halbfinale. 1994 schaffte man bei der WM in den USA mit dem dritten Platz einen weiteren Achtungserfolg.
(red)
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