Phänomen "Baby-Hirn": Schwangere haben das Erinnerungsvermögen einer 60-Jährigen
- Eine Studie belegt: Vergesslichkeit ist ganz normal
- Erst nach einem Jahr arbeitet das Hirn wieder normal

Wo ist der Autoschlüssel, die Handtasche, das Handy? Habe ich zwei gleiche Schuhe an? Was habe ich überhaupt vor gehabt? Schwangere Frauen kennen diese Gedanken nur zu gut. Aber keine Angst. Die ärgerliche Vergesslichkeit ist ganz normal. Australische Wissenschaftler haben jetzt das eingeschränkte Erinnerungsvermögen in einer Studie nachgewiesen.
Schwangere Frauen haben es längst geahnt, jetzt ist es auch wissenschaftlich belegt: Wer guter Hoffnung ist, neigt zu Vergesslichkeit. Wie eine am Dienstag erschienene Studie auf Grundlage mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen ergab, kann das eingeschränkte Erinnerungsvermögen die Mütter bis zu einem Jahr nach der Entbindung belasten.
Vergesslich wie eine 60-Jährige
"Der Gedächtnisabbau, den viele Frauen während und nach einer Schwangerschaft erleben, entspricht ungefähr dem Unterschied beim Erinnerungsvermögen, den wir zwischen einer 20- und einer 60-jährigen Frau feststellen können", sagte Julie Henry, die die Studie leitete.
Erlernen neuer Aufgaben schwierig
Die Untersuchungen von mehr als tausend schwangeren Frauen, Müttern und nicht-schwangeren Frauen ergab, dass es für die werdenden Mütter vor allem schwieriger wurde, neue oder sehr schwierige Aufgaben zu lösen. "Regelmäßige, eingeübte Aufgaben wie die Telefonnummern von Freunden und Angehörigen waren nicht betroffen", erläuterte der Forscher Peter Rendell, der die Studie mit Henry zusammen überwachte.
Ein Jahr lang Baby-Hirn
"Anders ist es, wenn es um neue Telefonnummern oder Namen geht", sagte der Wissenschafter. Auch das Speichern und Verarbeiten mehrerer Informationen gleichzeitig werde schwieriger.
Die im "Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology" erschienene Studie stellte fest, dass das Phänomen des sogenannten Baby-Hirns mindestens ein Jahr anhält - möglicherweise auch noch länger. Allerdings gibt es über einen längeren Zeitraum keine Untersuchungen. Woher die Vergesslichkeit genau rührt, ist für die Forscher weiter rätselhaft: Möglicherweise sind nur Schlafmangel und Stress dafür verantwortlich. (apa/red)









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