Frauen mit Herzleiden leiden doppelt: Ärzte
stellen bei ihnen häufig die falsche Diagnose
- Mediziner glauben eher der Statistik als der Patientin
- Männern wird öfter geraten, ihr Gewicht zu reduzieren

Hausärzte übersehen Herzerkrankungen bei Frauen eher als bei Männern. Das ergab eine Studie des Hamburger Medizinsoziologen Markus Bönte. "Es liegt wohl an den Mustern, die die Ärzte im Kopf haben", erklärt Bönte im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Weil Ärzte aus der Statistik wüssten, dass Herz-Kreislauf-Leiden bei Frauen zumindest bis Mitte 50 seltener aufträten, seien sie auch weniger geneigt, bei einer Patientin ein Herzproblem anzunehmen.
In der Studie schilderten Frauen den Ärzten die gleichen Symptome wie Männer. Doch sie wurden seltener zu weiteren Untersuchungen zu Spezialisten geschickt. Männer wurden dem Bericht zufolge häufiger nach Rauchen und Alkohol gefragt und nur ihnen wurde der Rat gegeben, ihr Gewicht zu reduzieren.
Bönte empfiehlt Ärzten einen kritischeren Umgang mit statistischen Daten: "Man sollte immer erst den Patienten anschauen, bevor man an die Statistik denkt." (APA/red)









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