Dell präsentiert jetzt ersten Öko-Tower: Umweltbewusstsein erobert neuen Markt

  • Grüner Computer spart Strom und schont die Umwelt
  • Greenpeace warnt trotzdem vor giftigen Materialien

Michael Dell hat anlässlich der "Brainstorm: GREEN Conference" des Magazins Fortune einen extrem kompakten Mini-Tower vorgestellt. Dieser hat laut Unternehmen nicht nur einen sehr niedrigen Energieverbrauch, sondern setzt auch massiv auf umweltfreundliche Materialien. Bei der Konferenz wurde eine Variante mit Bambus-Gehäuse vorgestellt. Damit erregt Dells Mini-Desktop mit dem gleichen ökologischen Material Aufsehen. "Ein Bambus-Gehäuse alleine ergibt noch keinen 'grünen' Computer", warnt allerdings Greenpeace-Toxikologin Zeina Alhajj.

Im Bambus-Gehäuse des in Pasadena gezeigten Geräts steckt laut Dell der "kleinste und umweltverträglichste Consumer-Desktop-PC des Unternehmens". Mit einer Größe von knapp einem Fünftel eines normalen Mini-Towers handelt es sich dabei um einen echten Winzling. Weiters betont Dell die Verwendung von recycleten und recyclebaren Materialen und den geringen Energieverbrauch. Dieser liege bis zu 70 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Geräten. Auf den Markt kommen soll das Gerät noch in diesem Jahr, US-Medien kolportieren einen Preis im Bereich von 500 bis 700 Dollar.

Energieeffizienz als Stärke
"Dell hat sich im Bereich Umwelt-Policy stark bewegt, aber was ihnen fehlt ist ein wirklich 'grünes' Produkt auf dem Markt", so Alhajj. Eine Stärke von Dell ist die Energieeffizienz. Die Desktop-Systeme des Unternehmens haben nach dessen Angaben dadurch geholfen, seit 2005 etwa 22,4 Mio. Tonnen an Kohlendioxidausstoß zu vermeiden. Doch für ein wirklich "grünes" Produkt müssten auch Problemstoffe vermieden werden. "Dell hat bei diesem Produkt problematische Materialien noch nicht entfernt", so Iza Kruszewska, Leiterin der internationalen Greenpeace-Kampagne zu toxischen Materialien, gegenüber pressetext. Allerdings wolle das Unternehmen dies bei Produkten im nächsten Jahr nachholen.

Schon seit über einem Jahr hat Asus mit dem "Eco Book" ein Laptop-Konzept im Programm, das ebenfalls auf den nachwachsenden Rohstoff Bambus für das Gehäuse setzt. Auch hier meldet Ajhajj Zweifel an der tatsächlichen Umweltverträglichkeit an. Zumindest im ostasiatischen Raum werden im Juni nun tatsächlich zwei Notebooks mit Bambusgehäuse auf den Markt kommen, berichtet das Branchenportal DigiTimes. Rund 1.650 Dollar würden die Modelle S6 und U6 dann kosten.

(pte/red)

28.4.2008 12:57
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