ManU-Coach Ferguson schockiert Gegner:
'Diese Mannschaft ist ein Team mit Zukunft'
- Auch nach zehntem Titel kein Gedanke ans Aufhören
- Routinier Ryan Giggs in Wigan der Mann des Tages

22 Jahre, zehn Meistertitel. Dennoch denkt Erfolgstrainer Alex Ferguson in keiner Weise an ein Ende seiner Ära bei Manchester United. "Was sollte ich ohne all dem hier machen", fragte der 66-Jährige bei der Meisterfeier nach der erfolgreichen Titelverteidigung in Wigan. Seit 1986 führt Ferguson die "Red Devils" von Titel zu Titel. 1999 war dem Schotten sogar das "Treble" gelungen. Dennoch pries Ferguson sein aktuelles Team als das vielleicht beste, das er jemals betreut hat.
"Diese Mannschaft ist ein Team mit Zukunft, eine junge Mannschaft, die sich immer weiterentwickelt", erklärte Ferguson. Tatsächlich hatte sein Team die meisten Premier-League-Tore geschossen (80) und wenigsten erhalten (22). Kommende Woche steht in Moskau noch das Finale der Champions League auf dem Programm, in dem Chelsea Revanche für Platz zwei im Titelrennen nehmen will. "Wenn wir auch die Champions League gewinnen, dann ist es sicher die beste Mannschaft, die ich jemals gehabt habe", versicherte Ferguson.
Giggs mit 758. Einsatz
Der überragende Spieler der abgelaufenen Saison heißt Cristiano Ronaldo. Der 23-jährige Portugiese erzielte in bisher 47 Pflichtspielen 41 Tore. "Es ist alles perfekt gelaufen. Wir sind Meister und stehen im Finale der Champions League. Es fühlt sich großartig an", erklärte der Superstar. Gefeierter ManU-Held war aber ein anderer: Ryan Giggs. Der eingewechselte Routinier hatte in der 78. Minute mit dem Treffer zum 2:0 für die Entscheidung gesorgt und durfte im Anschluss als erster die Meistertrophäe stemmen.
"Dieses Gefühl ist nicht zu überbieten", erklärte der Waliser. Es war der zehnte Meistertitel für Giggs in seinen 15 Jahren bei United. Und bei allen hatte der Mittelfeldspieler, der sein Ligadebüt für ManU bereits 1991 gegeben hatte, eine tragende Rolle gespielt. Ausgerechnet im finalen Saisonspiel egalisierte der 34-Jährige mit seinem 758. Einsatz für United vor dessen Augen auch den Rekord von Bobby Charlton. "Wenn ich mir jemanden aussuchen könnte, dann hätte ich ihn genommen", erklärte die ManU-Legende.
Im Champions-League-Finale nachlegen
Mit dem 17. Meistertitel der Clubgeschichte rückte Manchester auch Rekordchampion Liverpool bis auf einen Triumph nahe. Nun wollen die "Red Devils" im Champions-League-Finale noch einmal nachlegen. "Das Gute ist, dass wir jetzt viel Schwung mitnehmen können", sagte Ferguson. Während ManU in Wigan auch auf den zuletzt angeschlagenen Wayne Rooney zurückgreifen konnte, bangt Chelsea vor dem Endspiel in Moskau um zwei Schlüsselspieler.
Stürmer Didier Drogba und Abwehrchef John Terry hatten sich im abschließenden Ligaspiel gegen die Bolton Wanderers (1:1) verletzt. Während Drogba einen Schlag aufs Knie erlitt, zog sich Terry bei einem Zusammenprall mit Keeper Petr Cech eine Ellbogenverletzung zu. Die Befürchtungen eines Bruchs bewahrheiteten sich nicht, der Kapitän kehrte sogar für eine Ehrenrunde ins Stadion zurück. Sein Einsatz in Moskau ist dennoch fraglich.
"Wenn es nach seinem Charakter gehen würde, dann würde er sicher spielen. Aber wir müssen abwarten", erklärte Chelsea-Trainer Avram Grant, bei dem sich die Enttäuschung über den verpassten Meistertitel in Grenzen hielt. "Unser Ziel war das Champions League Finale, das wollen wir gewinnen", betonte der Israeli. "Wir können stolz darauf sein, was wir bisher erreicht haben." Zur Saisonhälfte hatte Chelsea bereits sieben Punkte Rückstand auf United gehabt, am Ende waren es nur deren zwei.
(apa/red)
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