Tauziehen um Yahoo-Deal: Milliardär Icahn startet Machtkampf mit der Firmenspitze
- Will Übernahme durch Software-Konzern Microsoft
- Großaktionäre machen ihrem Ärger lautstarkt Luft
Das Tauziehen um den Internet-Konzern Yahoo! geht in eine neue Runde. Der streitbare US-Milliardär Car Icahn hat laut US-Medien einen Machtkampf mit der Yahoo!-Führung gestartet und will sie doch noch zu einer Übernahme durch den Software-Konzern Microsoft zwingen. Icahn plane dafür in einem ersten Schritt, den kompletten Verwaltungsrat von Yahoo! bei der anstehenden Hauptversammlung durch eigene Interessenvertreter ersetzen zu lassen, berichtete das "Wall Street Journal".
Microsoft hatte ein zuletzt auf 47,5 Milliarden Dollar (31 Mrd Euro) erhöhtes Kaufangebot für Yahoo! zurückgezogen. Die Parteien konnten sich nicht auf einen Preis einigen.
Eine Reihe von verärgerten Großaktionären habe Icahn zu dem Konfrontationskurs gedrängt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider. Icahn selbst kaufte sich nach früheren Berichten vor kurzem für eine Milliardensumme mit etwa 3,5 Prozent bei Yahoo! ein. Nach wie vor habe der Investor aber keine Signal von Microsoft, ob der Konzern sein Angebot erneuern würde.
Die Neubesetzung des zehnköpfigen Verwaltungsrates müsste Icahn bei der Hauptversammlung von Yahoo! am 3. Juli durchsetzen. Über das Gremium könnte er dann Yahoo!-Chef Jerry Yang zur Annahme des Angebots drängen oder ihn auch ablösen. Icahn hat bereits bei einer Reihe von US-Unternehmen auf diese Weise Fusionen und Verkäufe erreicht.
(apa/red)
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