Schüssel neuer Favorit für EU-Präsidenten:
Liegt Topjob für ihn bereits in Reichweite?

  • NEWS: EU-Roulett beginnt sich am 12.06. zu drehen
  • Pöttler: "Schüssel kann auf Unterstützung zählen"

Nicht zuletzt beim Treffen Sarkozys mit Kanzler Alfred Gusenbauer ging es um eine der wichtigsten Besetzungsfragen der EU: jene des EU-Präsidenten, der - so Irland den Verfassungsvertrag nicht in letzter Minute kippt - am 1.1.2009 sein Spitzenamt übernehmen soll. Es ist der prestigeträchtigste Posten in der Geschichte der EU.

Und dies könnte - vielleicht - Wolfgang Schüssel werden. Zuletzt hievte ihn Angela Merkel mit einer entsprechenden Bemerkung in die engste Wahl. Kanzlersprecher Stefan Pöttler bestätigt, dass Schüssels mögliche Nominierung auf der Agenda des Treffens Gusenbauer/ Sarkozy steht: "Sicher ist, dass, wenn ein Österreicher für einen so wichtigen Job infrage kommt, er auf unsere Unterstützung zählen kann", so Pöttler.

Wolfgang Schüssel genießt indes die Favoritenrolle und schweigt vielredend: "Für solche Jobs bewirbt man sich nicht. Dafür wird man höchstens gerufen." Dafür streuen ihm Parteifreunde auf EU-Ebene Rosen: "Schüssel ist für die meisten EU-Spitzenfunktionen, die es zu vergeben gibt, immer eine genannte Persönlichkeit", so Othmar Karas, Vizechef von Europas Christdemokraten: "Er hat unseren EU-Beitritt mitverhandelt, er war Wirtschafts- und Außenminister sowie Bundeskanzler und jeweils EU-Ratspräsident und EU-Ratsvorsitzender. Es gibt keine Persönlichkeit in Österreich, die europapolitisch so glänzt wie er."

Machtkampf in Europa
Das große Europa-Roulette beginnt sich am 12. Juni zu drehen, wenn an diesem Sonntag das Volk von Irland den "Lissaboner Vertrag" positiv ratifizieren sollte. Jene neue "Geschäftsgrundlage" der EU, die nach der Erweiterung auf 27 Mitgliedsstaaten strukturell nötig wurde und die dem EU-Europa vor allem zwei neue Repräsentanten geben soll: den auf fünf Jahre gewählten "ständigen EU-Präsidenten" sowie einen gemeinsamen EU-"Außenminister".

Für den Posten des Ersteren scheint nun neben dem Favoriten, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, auch Schüssel infrage zu kommen. Seine "Hausmacht" ist nicht nur Deutschlands Kanzlerin, sondern vor allem die neuen Mitgliedsstaaten aus Zentral- und Osteuropa, die am 1. Mai 2004 in die EU aufgenommen wurden. Wolfgang Schüssel leitete 1998 als EU-Ratsvorsitzender deren Beitrittsbewegung ein.

Lesen Sie die ganze Story im NEWS 22/08!

31.5.2008 19:30
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