Schweizer verpassen EURO-Zielsetzungen:
Dennoch befriedigendes Abschlussresultat
- "Nati" scheiterte als Gastgeber in der Gruppenphase
- Mit Sieg gegen Portugal die Fans ein wenig versöhnt

Nach dem Schlusspfiff für die Schweizer Nationalmannschaft bei der Heim-EURO-2008 hat der nationale Verband SFV in Feusisberg seine Abschlusspressekonferenz gegeben und Bilanz gezogen. "Im Gesamten haben wir ein befriedigendes Resultat erreicht, allerdings wurde die hohe Zielsetzung verfehlt", bilanzierte Verbandsboss Ralph Zloczower nach dem weit früher als erhofften Scheitern der "Nati" in der Gruppenphase.
Zloczower verwies jedoch auch darauf, dass man mit drei geholten Punkten die beste EM der Schweizer Geschichte absolviert habe. Auch der scheidende Teamchef Köbi Kuhn blickte auf die EURO zurück. "Die Mannschaft hat in allen drei Spielen gezeigt und bewiesen, dass sie auf Augenhöhe mit den besten Mannschaften Europas steht", erklärte Kuhn trotz des frühen Outs in der Gruppe A mit Tschechien (0:1), der Türkei (1:2) und Portugal (2:0).
"Wir haben zweimal unglücklich verloren und mit dem Portugal-Spiel noch einmal unter Beweis gestellt, dass wir mit den Topteams mithalten können", meinte Kuhn, der sich beim Schweizer Verband SFV bedankte. "Danke für die Treue gegenüber mir und Danke für sieben fantastische Jahre, in denen es logischerweise nicht immer nur aufwärtsgegangen ist und es auch manche schmerzlichen Niederlagen gegeben hat." Als schönste Momente seiner Ära bezeichnete Kuhn jene beim Sieg gegen die Portugiesen.
In Sieben Jahre 73 Länderspiele betreut
Zloczower betonte, dass die 73 Länderspiele und mehr als sieben Jahre dauernde Ära Kuhn "die erfolgreichste Zeit eines Schweizer Nationaltrainers" gewesen ist. Das würdigten auch sehr viele Schweizer Medien, auch wenn in den vergangenen Tagen die zunächst sehr leise Kritik an Kuhn immer lauter geworden ist. Nicht nur der "Blick" kam zum Schluss, dass das Ende der Ära Kuhn womöglich bereits nach der WM 2006 hätte passieren sollen. Kuhn sei der Aufgabe EURO 2008 nicht ganz gewachsen gewesen.
Zudem tauchten Zeitungsberichte auf, in denen Hakan Yakin und Johan Djourou Unzufriedenheit äußersten. Verbandsboss Zloczower stellte jedoch klar: "Wir sind fest überzeugt, dass Kuhn die absolut richtige Wahl war. Es wurde alles unternommen, um eine erfolgreiche EURO zu schaffen."
Kapitän Alex Frei, der sich bereits im Eröffnungsmatch verletzt hatte, erklärte, er sei "stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein". Doch Frei forderte mehr Kaltschnäuzigkeit und Coolness. "Wir müssen lernen, nicht zu verlieren. Wir müssen lernen, Spiele zu akzeptieren, die 0:0 oder 1:1 ausgehen. Ganz egal ob die Zuschauer pfeifen."
(apa/red)
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