Stürmerstar Torres überzeugt: Spanien als Europameister "für den ganzen Fußball gut"

  • Mit Seleccion triumphierte spielstärkste Mannschaft
  • Aragones sieht große Zukunft für spanisches Team

Europameister! "Das ist nicht nur für Spanien gut, sondern für den ganzen Fußball." Also sprach Fernando Torres nach dem 1:0-Triumph im Finale der EURO 2008 über Deutschland und bewies damit, dass er nicht nur den Ball, sondern auch den rhetorischen Nagel auf den Kopf treffen kann. Tatsächlich stemmte mit Iker Casillas der Kapitän und Tormann einer Mannschaft den "Henri-Delaunay-Pokal" im Ernst-Happel-Stadion in die Höhe, die sich bemüht hatte, dem Fußball das Grundsätzliche zurückzugeben. Es ist ja alles nur ein Spiel, wenn auch eines mit vielen Facetten.

Vier Jahre nach dem Sieg von Taktik, Disziplin und Konzentration (Griechenland mit Otto Rehhagel bei der EURO 2004 in Portugal) war diesmal das spielerische Moment ausschlaggebend, wobei die Mannschaft von Luis Aragones die erst genannten Kriterien natürlich auch befolgte. Aber rein fußballerisch war Spaniens Team im Vergleich ein Feuerwerk und Griechenland nur ein kleines Licht. Das noch dazu bei der EURO 2008 schnell erlosch.

"Ich glaube, der Beste hat gewonnen", durfte "el nino" also zufrieden resümieren. "Das ist nicht immer so, aber diesmal schon." Zwar hatte der Liverpool-Stürmer zum Zeitpunkt seiner Aussagen noch nicht einmal die rauschenden Siegesfeiern hinter sich, doch dachte er bereits an die Zukunft. "Das ist mein erster großer Titel. Ich hoffe, es werden noch mehr. Jetzt müssen wir das hier genießen, aber wir sind ehrgeizig und es gibt ja auch noch die Weltmeisterschaft."

Mannschaft in toller Verfassung
Bei dieser wird für Spanien wieder alles möglich sein, meinte - zumindest implizit - auch Coach Luis Aragones: "Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die man kaum stoppen kann. Sie ist sehr ballsicher, sie spielt gut. Wir haben dieses Turnier auf brillante Art und Weise gewonnen. Jetzt wissen wir, dass wir gewinnen können - eine Europameisterschaft und auch jedes andere Turnier."

Er selbst wird die weitere Entwicklung der "seleccion" wahrscheinlich wie "ein ganz normaler spanischer Fan" aus der Ferne betrachten. Auf der spanischen Betreuerbank nahm er nämlich ziemlich sicher zum letzten Mal Platz: "Die Chancen, dass ich bleibe, sind praktisch null." Als designierter Nachfolger steht der frühere Erfolgscoach von Real Madrid, Vicente del Bosque, vor der Tür.

Aragones bald in der Türkei
Der bald 70-jährige Aragones aber könnte am Ende seiner Karriere bei Fenerbahce Istanbul noch einmal groß in den Geldtopf greifen. Angeblich wurde ihm ein Zweijahresvertrag mit einem jährlichen Gehalt von drei Millionen Euro angeboten.

Der Sieg Spaniens werde aber auch für andere Mannschaften richtungsweisend sein, hoffte Aragones: "Ich glaube schon, dass sie auf uns schauen werden." So gesehen könnte der muntere, aber auf eine gute Defensive gestützte Angriffsfußball durchaus Vorbildwirkung haben. "Das wäre schön. Ich hoffe, dass sie so weitermachen und noch viel gewinnen."

Wartezeit dauerte viel zu lange
44 Jahre sollte es bis zum nächsten Titel diesmal daher nicht mehr dauern. Obwohl seit dem erstmaligen Sieg der Spanier bei einer EM im Jahr 1964 (2:1 in Madrid gegen die UdSSR) viel Zeit verflossen ist, alles hat sich nicht verändert.

Damals war Aragones im Viertelfinale noch als Spieler dabei gewesen. In der Turnierphase, die erst mit den Halbfinali begann, wurde er aber nicht mehr aufgeboten. "Damals gab es noch keine Einwechslungen, also musste ich mir das Finale von draußen ansehen. Auch jetzt gibt es Spieler, die weniger oft spielen. Aber auch sie sind Teil unseres Triumphes." (apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?

Click!

30.6.2008 11:22
Artikel bookmarken bei: ? Hilfe
EURO-Dreamteam
EURO Quartier
zurück zur Startseite