Schüsse aus fahrendem Auto: Sechs Tote nach Angriff auf US-Vertretung in Istanbul
- Die Opfer sind drei Polizisten und drei Angreifer
- USA halten Al-Kaida als Drahtzieher für möglich

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul sind nach offiziellen Angaben sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Berichten von Augenzeugen fuhren mehrere Männer mit einem Auto an dem von Mauern umgebenen Gelände vor und eröffneten das Feuer auf Polizisten. Bei dem anschließenden Gefecht wurden drei der Attentäter und drei Polizisten getötet, wie Istanbuls Gouverneur Muammer Güler mitteilte. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar.
Einer der Polizisten starb während des Schusswechsels an den Außenmauern der diplomatischen Vertretung, die außerhalb des Stadtzentrums im europäischen Teil der Metropole liegt. Die beiden anderen seien später im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Zwei Menschen seien verletzt worden. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN Türk hatte einer der Angreifer einen syrischen Pass. Der Gouverneur sagte, an der Identifizierung der Männer werde noch gearbeitet.
Ein Augenzeuge, der sich bei dem Konsulat um ein Visum bewerben wollte, berichtete von insgesamt vier Angreifern. Drei davon seien aus dem Auto gesprungen und hätten auf die Polizisten geschossen. "Später habe ich sie und viele tote Polizisten tot am Boden liegen sehen." Der vierte Attentäter sei mit dem Auto geflohen. Die Polizei begann eine großangelegte Fahndung.
Auf Fernsehbildern waren Sanitäter zu sehen, die einen auf dem Boden Liegenden per Herzmassage wiederzubeleben versuchten. Das Hemd eines Verletzten war aufgerissen. Einem anderen floss Blut aus einer Kopfwunde.
Angeschossener Terrorist tötete sich selbst
Ein 13-Jähriger berichtete, er habe mehrere Männer dabei beobachtet, wie sie Gewehre vorbereitet und in einen Ford Focus gelegt hätten, um dann zu dem nahe gelegenen Konsulat zu fahren. "Die drei stiegen aus dem Auto. Einer von ihnen schoss einem Polizisten in die Brust", sagte der Jugendliche zu Reportern. "Einen der Terroristen sah ich, wie er sich selbst tötete, nachdem er von der Polizei angeschossen worden war. Danach habe ich mich unter einem Auto versteckt."
Ein Besucher des Konsulats sagte, das Gefecht habe eine Viertelstunde gedauert. "Die Terroristen trugen Bärte und langes Haar", sagte der noch vor Schreck zitternde 24-Jährige.
Steckt Al-Kaida dahinter?
Die USA halten es für möglich, dass der Angriff auf das Konto der Extremistenorganisation Al-Kaida geht. US-Außenamtssprecher Sean McCormack sagte, er könne den Verdacht, Al-Kaida stecke hinter dem Anschlag, weder ausschließen noch bestätigen. Türkische Fernsehsender beriefen sich auf Polizeikreise, denen zufolge vermutet werde, dass die Attentäter Al-Kaida angehörten. Bekannt hat sich bisher niemand zu dem Anschlag. (apa/red)








