AUA setzt auf Eigenoptimierung nach Krise:
Flugnetz wird verkleinert und Preise erhöht

  • Zuschlag für Kerosin wird auf 27 Euro erhöht
  • Lufthansa droht mitten in Hauptreisezeit mit Streik

Wegen der aktuellen Luftfahrtkrise, der hohen Kerosinpreise und der gedämpften Nachfrage beginnt die AUA mit Maßnahmen zur "Eigenoptimierung". Mitten in der Hauptreisezeit droht bei der Lufthansa jetzt sogar eine zweite Streikfront. Zunächst werden in den nächsten Monaten selektive Destinationen gestrichen bzw. ausgedünnt. Die Produktion wird im kommenden Winter etwas zurückgenommen, 2009 werden drei Flugzeuge weniger eingesetzt. Zudem wird der Treibstoffzuschlag erhöht.

Aufgrund des weiter steigenden Kerosinpreises erhöht die Austrian Airlines Group den Zuschlag für Kurz- und Mittelstreckenflüge von derzeit 24 auf 27 Euro. Auch die Treibstoffzuschläge auf der Langstrecke werden von 92 auf 98 Euro angehoben. Diese neuen Zuschläge gelten für alle Linienflugtickets der Austrian Airlines Group, die ab 15. Juli 2008 verkauft bzw. ausgestellt werden. Notwendige "Personalanpassungen" könnten durch Fluktuation und Aufnahmestopp ausgesteuert werden, hieß es.

Reduktion wegen schwachen Dollar
"Auf den Nordatlantikstrecken, die durch den schwachen Dollarkurs und den Konjunktureinbruch besonders unter Druck geraten sind, werden wir im Winter die Kapazitäten um insgesamt 21 Prozent reduzieren. Saisonale Frequenzausdünnungen in verschiedenen Märkten Westeuropas ergänzen unser Maßnahmenpaket, ohne aber unser attraktives Streckennetz in den Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa sowie im Mittleren Osten zu beeinträchtigen.", sagte AUA-Chef Ötsch.

In der Langstrecke wird konkret Chicago mit Beginn des Winterflugplans nicht mehr angeflogen. Das Flugprogramm nach Mumbai/Bombay wird von sieben auf fünf wöchentliche Flüge reduziert. Ab Mitte Jänner 2009 bis zum Ende der Wintersaison werden außerdem die Flüge nach New York von sechs auf fünf pro Woche und jene nach Washington von sieben auf sechs reduziert. In der Kurzstrecke werden die Flüge zum London-City Airport ab 18. August aus dem Programm genommen. Das Flugprogramm nach London Heathrow mit bis zu fünf täglichen Flügen bleibt unverändert.

Lufthansa droht mitten in Hauptreisezeit Streik
Mitten in der Hauptreisezeit droht bei der Lufthansa eine zweite Streikfront: Die 4. Tarifrunde für 52.000 Beschäftigte des Boden- und Kabinenpersonals ist gescheitert. Jetzt will die Gewerkschaft ver.di ihre Mitglieder in einer Urabstimmung über Streiks entscheiden lassen. Anfang der Woche waren schon 1.000 Piloten der Tochterfirmen CityLine und Eurowings in einen Ausstand getreten.

(apa/red)

10.7.2008 17:06
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