Österreichs Team für Peking '08 festgelegt:
72 Athleten werden Rot-Weiß-Rot vertreten

  • ÖOC schickt kleinste Auswahl seit den Spielen 1976
  • Doppelolympiasieger Steinacher wird Fahnenträger
    PLUS: Alle Austro-Athleten für die Olympischen Spiele

72 Athletinnen und Athleten werden Österreich bei den Olympischen Spielen von 8. bis 24. August in China vertreten, dies hat das Österreichische Olympische Komitee in Wien bekanntgegeben. Es ist dies die kleinste Mannschaft seit Montreal 1976, als 64 Aktive nominiert worden waren, zuletzt in Athen 2004 waren es 74. "Ich hoffe auf die eine oder andere Medaille und freue mich über jede. Zahl werden Sie von mir keine hören", sagte ÖOC-Präsident Leo Wallner. Generalsekretär Heinz Jungwirth sprach von "3", die ihn "schon sehr, sehr glücklich" machen würden und nannte die Sportarten Schwimmen, Judo, Tischtennis, Schießen und Segeln.

In einer "sehr, sehr langen Sitzung" und nach "langer Diskussion", so Wallner, habe sich der ÖOC-Vorstand fast einstimmig auf die Sportler geeinigt, die akkreditiert werden. "Es sind 40 Herren und 32 Damen, die Frauenquote liegt bei 44 Prozent, so eine hohe Quote hatten wir noch nie", sagte Wallner erfreut. Dies sei zufällig, präzisierte Generalsekretär Heinz Jungwirth. "Es wäre schön, wenn wir sagen könnten, dass wir darauf hingearbeitet haben." Als 73. Athlet jedoch ohne Akkreditierung ist Tischtennis-Ersatzmann Daniel Habesohn mit dabei.

"Diskussionsfälle" berücksichtigt"
"Diskussionsfälle" wie die Tennisspieler (außer Tamira Paszek), Kanute Helmut Oblinger (Wildwasser-Slalom), Radfahrerin Monika Schachl (Straße) sowie die Beach-Volleyball-Duos Florian Gosch/Alexander Horst und Sara Montagnolli/Sabine Swoboda sind berücksichtigt worden, nicht dabei sind allerdings trotz internationaler Quotenplätze u.a. die vom ÖLV vorgeschlagene Hindernisläuferin Andrea Mayr sowie Sprinterin Bettina Müller-Weissina und Schwimmerin Fabienne Nadarajah. Einigen Athleten (u.a. Ruderer, Badmintonspieler) waren bereits einen Tag zuvor nicht mehr zur Diskussion gestanden.

"Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik sind messbar, andere wie Beachvolleyball nicht so, das ist dann eine Ermessensfrage", erklärte Wallner die Vorgehensweise. Im Gegensatz zu Athen wird Österreich in China in den Sparten Ringen, Taekwondo, Rudern und Gewichtheben nicht vertreten sein, dafür präsentieren sich der Schwimmverband mit 17 Teilnehmern und der Segelverband mit 11 besonders stark. "Das hat ein gewisser Wechsel in Österreich stattgefunden, in einigen Sportarten sind wir nicht mehr so leistungsstark", sagte Jungwirth. Auch bedauere das ÖOC, das 54 Betreuer akkreditieren darf, dass sich keine Mannschaft qualifiziert hat.

Kein Maulkorb verteilt
Alle Sportler bekommen vom ÖOC eine Broschüre, in der sie mit u.a. den Gesetzmäßigkeiten in China vertraut gemacht werden. "Wir haben ein Sicherheitssystem für Notfälle, wir stehen in Kontakt mit dem Außenministerium. Die Sportler müssen sich bewusst sein, dass sie in China in einer Diktatur und nicht in einer freien Welt daheim sind", erklärt Jungwirth.

Die vom IOC verfasste Mitteilung, dass sich die Sportler auf den Olympischen Wettkampfstätten und im Olympischen Dorf an die Olympische Charta halten müssen (keine politischen Parolen), wurde an die Athleten weitergeleitet. "An den anderen Orten können sie frei reden und sagen, was sie zu sagen haben. Wir haben keinen Maulkorb erteilt", teilte Jungwirth mit. (apa/red)

21.7.2008 16:30
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