Andi Herzog als möglicher Hickersberger-
Nachfolger: "Traue mir den Teamchef zu"

  • Nach Absage von Slomka spricht alles für Herzog
  • Der Rekord-Internationale im Interview mit NEWS

Von Glück verfolgt ist der Lotterienchef in seinem "Nebenjob" als Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) in letzter Zeit wahrlich nicht. Zuerst haute Josef Hickersberger nach der EURO völlig überraschend seinen Teamchefjob hin - trotz mündlicher Vereinbarung, seinen Vertrag bis zum Ende der Qualifikation für die WM 2010 zu verlängern. Und jetzt das: Der von Stickler auserwählte Hicke-Nachfolger Mirko Slomka zurück und ließ den geschockten ÖFB-Präsidenten plötzlich im Regen stehen. Jetzt ist es "höchste Eisenbahn" - und die naheliegendste, weil nach dem Stand der Dinge erfolgversprechendste Lösung heißt Andreas Herzog.

Der Rekord-Internationale (103 Länderspiele) hat in den vergangenen zwei Jahren als Hickersbergers persönlicher Assistent wesentlich am Umbau der Nationalmannschaft zu einer jungen Truppe mit sportlicher Perspektive mitgewirkt. Der langjährige Teamkapitän und zweifache WM-Teilnehmer (1990, 1998) überzeugt auch mit seinen konkreten Vorstellungen, wie es mit dem österreichischen Fußball in den nächsten Jahren weitergehen soll.

Im Interview mit NEWS spricht Herzog über Karrierepläne und Österreichs Fußball-Zukunft:

NEWS: Hat der ÖFB mit Ihnen zum Thema Teamchef geredet?
Herzog: Ja, zweimal. Mir wurde gesagt, dass ich einer der Kandidaten bin. Aber es ist das gute Recht und die Pflicht des ÖFB, sich zuerst alle anzuhören und dann eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

NEWS: Was wäre eine vernünftige Entscheidung?
Herzog: Da geht es nicht um Namen, sondern um die Zukunft des österreichischen Fußballs. Derjenige, der neuer Teamchef wird, muss wissen, wie der Österreicher tickt, und den Weg, den Josef Hickersberger eingeschlagen hat, weitergehen.

NEWS: Beides trifft auf Sie zu.
Herzog: Das müssen andere entscheiden. Ich weiß jedenfalls, was ich kann. Wenn der ÖFB der Meinung ist, dass ich der Richtige bin, werde ich es machen. Ich traue es mir zu.

NEWS: Wie sieht der Weg aus, der beibehalten werden soll?
Herzog: Die positive Stimmung der EURO muss genützt und weiter hart gearbeitet werden. Mir wäre wichtig, dass vieles bleibt, wie die Zusammenarbeit mit Roger Spry. Wir sind mit ihm neue Wege gegangen.

NEWS: Und wenn nicht?
Herzog: Hickersberger und ich sind den Weg gemeinsam gegangen, waren der gleichen Meinung. Eine radikale Kursänderung mache ich nicht mit.

NEWS: Schadet die Trainerdiskussion dem Fußball?
Herzog: Durch die EURO sind die Österreicher wieder stolz auf ihr Land. Das dürfen wir uns nicht durch diese Diskussion kaputt machen lassen. Wenn wir jetzt nicht in der Lage sind, positive Strömungen auszunützen, sind wir kein Fußballland. Hickersberger hat das Fundament gelegt. Wenn das zerstört wird, werden wir in drei Jahren noch immer um den 100. Weltranglistenplatz herumkrebsen.

NEWS: Was wäre Ihr Ziel?
Herzog: Wenn wir so arbeiten wie vor der EURO, können wir in der Weltrangliste zwischen 20 und 30 sein. Das Team hat großes Potenzial und wird sich sicher weiter verbessern.

Die ganze Story lesen Sie im NEWS 29/08!

19.7.2008 13:20
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