Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler im Porträt: Nächster Coup ist bereits geplant

  • FORMAT: Übernahme des Autozulieferers Continental
  • Schaeffler-Gruppe beschäftigt ca. 66.000 Mitarbeiter

Charmant, umgänglich und verschwiegen: Maria-Elisabeth Schaeffler ist ein Phänomen. Nicht zuletzt, weil sie nie das Rampenlicht sucht, sondern zu überraschen weiß. Seit zwölf Jahren führt die 66-jährige Österreicherin in Deutschland ein milliardenschweres Familienunternehmen, das medial wenig Aufmerksamkeit bekommt - Wälzlager, ohne die in der Autobranche nichts fährt, sind schließlich nicht besonders sexy. Doch die Gesellschafterin der Schaeffler-Gruppe weiß genau, was sie will. Derzeit den Autozulieferer Continental.

Nicht das offizielle Übernahmeangebot von mehr als elf Milliarden Euro für das börsennotierte Unternehmen ist das Überraschende - vielmehr, dass sich Schaeffler bereits heimlich, still und leise mit Bankenhilfe über Optionsgeschäfte den Zugriff auf mehr als 30 Prozent der Continental-Aktien gesichert hat. Gelingt der Deal, dann kämen zum derzeitigen Umsatz von neun Milliarden Euro weitere 17 Milliarden hinzu. Die Schaeffler-Gruppe würde damit zum weltweit zweitgrößten Autozulieferer aufsteigen.

Der Coup erfolgt zum richtigen Zeitpunkt, ist doch Continental noch von der Übernahme des Elektronikherstellers Siemens VDO im Vorjahr geschwächt. Dümpelte die Conti-Aktie bis vor kurzem noch bei 54 Euro pro Stück dahin, schoss sie mit den Übernahmegerüchten auf 73 Euro. Schaeffler bietet Aktionären nun 69,37 Euro in bar. Doch der Reifenkonzern rüstet zum Widerstand.

Schaeffler weiß was sie will
Ob das noch nützt, ist fraglich. Denn wenn Maria-Elisabeth Schaeffler ins mediale Rampenlicht tritt, hat sie meist schon Fakten geschaffen. Die Frau weiß nicht nur, was sie will, sie kriegt es auch. Zu spüren bekam das 2001 Konkurrent FAG Kugelfischer, der nach kurzem, heftigem Widerstand klein beigeben musste. Es war das erste Mal, dass einem deutschen Privatunternehmen eine feindliche Übernahme gelang. Der Name dieser Operation war übrigens "Mozart". Nicht verwunderlich, denn die in Prag geborene und in Wien aufgewachsene Schaeffler-Gesellschafterin ist Österreich immer noch verbunden und bei Wien-Aufenthalten begeisterte Staatsopernbesucherin.

Für Visiten in der alten Heimat war zuletzt aber wenig Zeit. Seit dem Tod ihres Mannes 1996 sei das Unternehmen mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach ihre Lebensaufgabe, der sie alle Energie widme, wie sie 2002 FORMAT in einem Exklusivinterview sagte.

Lesen Sie die ganze Geschichte im neuen FORMAT 29/08!

20.7.2008 07:31
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