DNA-Analyse lüftet das Geheimnis um zwei Kinder des russischen Zaren Nikolaus II.
- Grab im Ural enthielt Gebeine der Zaren-Familie
- Der kleine Alexej und seine Schwester identifiziert

Ein internationales Expertenteam unter Beteiligung von Fachleuten aus Innsbruck hat in DNA-Analysen herausgefunden, dass im Ural gefundene sterbliche Überreste von zwei Kindern des letzten russischen Zaren Nikolaus II. stammen. Offensichtlich handelt es sich um Gebeine von Zarewitsch Alexej und der Großfürstin Maria.
Die Überreste waren 2007 in der Nähe der Stadt Jekaterinburg im Ural gefunden worden. "Die Endergebnisse der DNA-Analysen, die mit drei verschiedenen Gen-Testmethoden vorgenommen wurden, bestätigen die Hypothese, dass das zweite Grab die sterblichen Überreste von Großfürstin Maria und Zarewitsch Alexej enthielt", hieß es in einer von der russischen Nachrichtenagentur Interfax verbreiteten Erklärung.
Die Zarenfamilie war im Juli 1918 im Ural von den Bolschewiken erschossen worden. Gerüchte über überlebende Mitglieder der siebenköpfigen Familie hatten immer wieder die Fantasie russischer Monarchisten inspiriert. Die DNA-Analysen waren weltweit in drei Labors durchgeführt worden: an der Gerichtsmedizin der Medizinischen Universität Innsbruck, an einem Institut der US-Armee im Bundesstaat Maryland und an einer Forschungseinrichtung in Glasgow.
Bis an die Grenzen der DNA
"Wir sind in den lediglich vier Wochen unserer Laborarbeit an die Grenzen der DNA gegangen", sagte der Innsbrucker Projektleiter, Walther Parson, bereits vor einigen Tagen. "Die Gewebeproben waren in einem schlechten Zustand", erklärte Parson, "sie waren nur fingernagelgroß und hatten teilweise Brandmale." Dennoch sei es dem Team bestehend aus fünf Wissenschaftern und zwei russischen Beobachterinnen aus Jekaterinburg gelungen, von allen Proben ein so umfangreiches DNA-Profil für eine eindeutige Identifikation aller Personen zu erstellen. (apa/red)








