YouTube muss sich jetzt warm anziehen:
Facebook & Co. holen bei Online-Videos auf
- Social Networks als Videoplattformen immer wichtiger
- MySpace grenzt sich von klassischem Videoportal ab
Facebook und viele andere Social Networks gewinnen als Videoplattformen an Bedeutung. Neben dem Marktführer YouTube war Facebook in Großbritannien zuletzt gemeinsam mit ITV.com jene große Webseite, die im Bereich Online-Videos am stärksten zulegen konnte. Zwar beherrscht Google mit seinem Videoportal nach wie vor klar das Feld, doch Facebook holt laut aktuellen comScore-Zahlen auf und scheint mit seinen neuen Videoangeboten Erfolg zu haben.
In den vergangenen Monaten fügte Facebook neue Videoapplikationen auf dem Netzwerk ein und erreicht damit nun monatlich knapp zwei Mio. Nutzer. Generell legt die Nutzung von Online-Videos in Europa derzeit stetig zu. Allein in Deutschland schauten im Mai rund 26 Mio. Menschen mehr als drei Mrd. Online-Videos. Das bedeutet, das mittlerweile drei von vier Internetnutzern von Online-Videoangeboten Gebrauch machen.
Nicht nur Facebook, auch andere Social Networks und Webseiten bauen ihre Videoprogramme zunehmend aus und verzeichnen deutliche Zuwächse. Vorreiter YouTube wird sich künftig gegen immer mehr Wettbewerber behaupten müssen. "Die Entwicklung ist weiter steigend. Rechtegeklärte Inhalte werden auf unseren Plattformen und insbesondere auch in den USA gut angenommen. Ein Beispiel für den deutschsprachigen Raum ist Big Brother auf sevenload", erklärt Andreas Heyden von COO sevenload.
Um Abgrenzung bemüht
Um die Vormachtstellung von Google im Videobereich anzugreifen, sind die anderen Plattformen auch um Abgrenzung bemüht. "Mit 500 Mio. Streams pro Monat ist MySpace die weltweit zweitgrößte Videoplattform. Die bei MySpace hochgeladenen Videos haben im Gegensatz zum reinen Videoportal oft eine persönliche Komponente", meint Mats Wappmann, Sprecher von MySpace Deutschland. MySpace sei Social Community und Entertainmentplattform zugleich und werde von vielen Usern genutzt, um sich über Videocontent darzustellen und mitzuteilen. Auch bei sevenload will man Alternativen bieten. "Während YouTube eine gewaltige Suchmaschine für Videos aller Art darstellt, setzt sevenload auf Premiuminhalte in den Kanälen", sagt Heyden. Indem redaktionelle Produktionen der Content-Partner mit nutzergenerierten Inhalten gemischt würden, erzeuge das Unternehmen auf den Plattformen ein ideales Umfeld für Werbetreibende und Content-Inhaber.
Fest steht, dass das Thema Online-Video im Massenmarkt angekommen ist. Die Nutzung stellt kein Novum mehr dar und findet mittlerweile bei einer breiten Masse statt. Insbesondere bei den jüngeren Generationen sind Internet-Videos nicht mehr wegzudenken und der Film- bzw. TV-Konsum im Netz weitaus beliebter als das klassische Fernsehen. "Laut der aktuellen AGOF-Information wird die Nutzung an die soziodemografische Struktur der Gesamtbevölkerung angeglichen", bestätigt Heyden. Videos im Internet stellten kein Nischenmedium mehr dar, sondern seien zu einem Massenphänomen geworden. MySpace vereint eine große Anzahl Nutzer mit unterschiedlichen Interessen auf einer Plattform. Sie alle schauen Videos - mit entsprechend unterschiedlichen Inhalten", ergänzt Wappmann. (pte/red)









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