Gebühren sollen um zwei Drittel sinken:
EU-Kommission will billigere Auslands-SMS

  • Preisunterschiede zwischen den Ländern sehr groß
  • Auch hohe Preise für Daten-Roaming werden geprüft

"Die EU-Bürger sollten grenzüberschreitend SMS-Nachrichten verschickten können, ohne abgezockt zu werden", sagte die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding in Brüssel. Laut dem Dachverband der Telekom-Regulierungsbehörden ERG wäre ein Preis von 0,11 bis 0,15 Euro pro SMS angemessen, derzeit liegt er im Schnitt bei 0,29 Euro.

Nach Schätzungen der EU-Kommission werden in der EU rund 2,5 Millionen Nachrichten per SMS verschickt. Die Preisunterschiede zwischen den Ländern sind nach wie vor enorm: So zahlt eine Franzose, der auf Urlaub in Italien ist, für ein SMS diesen Sommer bis zu 0,30 Euro, ein tschechischer Tourist 0,42 Euro. SMS-Feriennachrichten aus Spanien kosten einen Schweden bis zu 0,40 Euro, einen Deutschen 0,41 Euro, einen Polen 0,45 Euro und einen Briten sogar 0,63 Euro.

Nach wie vor sei es in einigen EU-Ländern - etwa in Belgien - mehr als zehn Mal so teuer, eine SMS aus dem Ausland zu schicken, als im Inland, kritisiert die EU-Kommission. Konkret zahlen belgische Mobilfunkkunden bis zu 0,80 Cent für SMS-Roaming, verglichen mit 0,034 Euro im Inland.

Durchschnittspreis zu hoch
Der Durchschnittspreis blieb seit Februar pro SMS unverändert bei 0,29 Euro. Die EU-Kommissarin hatte wiederholt mit einer gesetzlichen Regelung gedroht, sollten die Tarife bis Sommer nicht signifikant sinken. Lob von Reding gibt es für einen österreichischen Handybetreiber, der als einziger seit 16. Juni 100 SMS-Nachrichten mit einem Roamingpreis von 0,10 Cent anbietet.

Aktiv werden will die EU-Kommission auch bei den hohen Preisen für Daten-Roaming. Hier ist noch eine genaue Prüfung im Gange. Unter anderem fordert die Brüsseler Behörde eine Senkung der Zustellungsgebühren, die die Anbieter untereinander verrechnen.

(apa/red)

15.7.2008 14:15
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