Reaktionen auf die Festnahme in Serbien: Von einigen begrüßt, von anderen kritisiert

  • Weiteres Hindernis auf dem Weg zur EU beseitigt
  • Ultranationalisten sprechen von "grausiger Nachricht"

Die Festnahme von Radovan Karadzic, dem der Kriegsverbrechen angeklagten Ex-Präsidenten der Republika Srpska, hat unterschiedliche Reaktionen in Serbien ausgelöst. Während die Information für einige eine klare Erleichterung darstellte, da dadurch ein weiteres Hindernis auf dem Weg Serbiens in die Europäische Union beseitigt wurde, sind andere wiederum empört. Eine Gruppe junger Anhänger Karadzic' fuhr in ihren Wagen immer wieder beim Sondergericht für Kriegsverbrechen vorbei, wo der Festgenommene vermutet wird, um laut hupend ihren Protest zu bekunden.

Die regierende Sozialistische Partei (SPS) distanzierte sich in einer schriftliche Aussendung von der Festnahme des Haager Angeklagten, nachdem zuvor das Innenministerium, an dessen Spitze der SPS-Chef Ivica Dacic steht, mitteilte, an der Festnahme nicht beteiligt gewesen zu sein. "Die SPS wird die Umstände in Erwägung ziehen, unter welchen Radovan Karadzic festgenommen wurde und sie wird verlangen, dass die Öffentlichkeit Serbiens darüber informiert wird, seit wann sich Radovan Karadzic auf dem Gebiet Serbiens unter der Kontrolle der Sicherheitsdienste befindet", teilte die Partei mit.

Für den ehemaligen Infrastrukturminister Velimir Ilic stellt die Festnahme Karadzic' andererseits eine Überraschung dar, die allerdings Serbien "einen Schritt näher an die EU" gebracht habe.

Der Generalsekretär der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei, Aleksandar Vucic, meinte andererseits, dass es sich um eine "grausige Nachricht" handle. Nur jene, die Serbien hassen würden, könnten sich darüber freuen. Auch befinde sich Serbien auf dem Weg seines Verschwindens, da Präsident Boris Tadic die "Diktatur" festige, meinte Vucic.

(apa/red)

22.7.2008 09:24
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