Barack Obama auf Kurzbesuch im Irak:
US-Präsidentschaftskandidat im Krisenherd
- Gespräche mit Irans Ministerpräsident Nuri al-Maliki
- Auch Treffen mit ranghohen US-Militärs geplant

Barack Obama hat auf seiner ersten Auslandsreise als designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten auch den zweiten großen Krisenherd der US-Armee besucht. Aus Sicherheitsgründen wurde nur wenig über das konkrete Programm im Irak bekannt. Laut dem irakischen Staats-TV Iraqiya kam Obama in Bagdad mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zusammen.
Die Truppenabzugspläne des möglichen nächsten US-Präsidenten wurden dabei aber offenbar nicht besprochen. "Diese Angelegenheit haben wir nicht diskutiert", sagte Malikis Sprecher. "Obama sprach über nichts, das die irakische Regierung betrifft, weil er keine offizielle (Regierungs-)Funktion hat." Sein Land hoffe aber darauf, dass der US-Truppenrückzug aus dem Irak 2010 beginnen könne, so der Sprecher.
Dies entspricht in etwa dem Plan Obamas. Er hatte angekündigt, im Falle seiner Wahl innerhalb von 16 Monaten die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Zuletzt hatte die irakische Regierung die vom deutschen "Spiegel" veröffentlichten Äußerungen Malikis dementiert, wonach er Obamas Zeitplan unterstütze. Das deutsche Nachrichtenmagazin habe Maliki falsch übersetzt. Der "Spiegel" blieb bei seiner Darstellung.
Obama sagte nach der Begegnung mit Maliki, das Gespräch sei "sehr konstruktiv" gewesen. Nach Angaben von Diplomaten kam Obama auch mit dem irakischen Präsident Talabani zu einer Unterredung in dessen Residenz zusammen. Außerdem waren Gespräche mit ranghohen US-Militärs geplant. Sie dürften dem Präsidentschaftskandidaten ihre Einschätzung übermitteln, dass die Gewinne an Sicherheit brüchig seien und durch einen überhasteten Rückzug der 140.000 US-Soldaten gefährdet werden könnten.
Fernsehbilder zeigten Obama zudem mit US-Soldaten im südirakischen Basra. Aus Sicherheitsgründen waren die Termine Obamas bis zuletzt geheim gehalten worden.
(apa/red)








