EURO-Organisatoren ziehen positive Bilanz:
Rekordgewinn von 700 Mio. € für die UEFA

  • Einnahmen sind in sämtlichen Bereichen angewachsen
  • ÖFB wurde mit 8 Millionen Euro am Gewinn beteiligt

Auf den Tag genau einen Monat nach dem Finalspiel Deutschland - Spanien (0:1) im Happel-Stadion haben Martin Kallen, Chef der UEFA-Tochter EURO 2008 SA, und ÖFB-Präsident Friedrich Stickler positive Bilanz gezogen über das im Juni in Österreich und der Schweiz abgewickelte drittgrößte Sportereignis der Welt. "Wir hatten den Anspruch, die beste Fußball-EM-Endrunde zu organisieren. Die Resultate von Studien und Umfragen zeigen, dass dies gelungen ist", sagte Stickler im Wiener Hilton-Hotel auf einer Pressekonferenz.

Kallen, der in seiner Funktion schon vor vier Jahren in Portugal tätig war, zog einen direkten Vergleich mit 2004. "Man kann sagen, dass wir uns organisatorisch in nahezu allen Bereichen stark weiterentwickelt und gesteigert haben", resümierte der Schweizer mit großer Zufriedenheit über das 13. EM-Endturnier mit insgesamt 31 Spielen. Die EURO 2008 brachte eine Einnahmensteigerung von 852 Mio. auf 1,3 Mrd. Euro, der Reingewinn steigert sich von 223 auf 250 Mio. Euro. Bei Ausgaben von 600 Mio. Euro für das Event bleib ein Rekordgewinn von 700 Mio. Euro, von denen 450 Mio. an die Mitgliedsverbände ausgeschüttet werden.

Einnahmen in allen Bereichen gestiegen
Die Einnahmen sind in sämtlichen Bereichen - den TV-Rechten über die Eintrittskarten bis zu Sponsorengeldern - angewachsen. Aus Medienrechten wurden 800 Mio. (2004: 560 Mio.), kommerziellen Rechten 280 Mio. (183), durch Tickets 90 Mio. (80) und Corporate Hospitality 130 Mio. Euro (29) eingenommen. Die Einnahmen kommen zur Gänze dem europäischen Fußball zugute. Zum Teil werden damit Junioren- und Frauen-Endrunden bis 2012, das gesamte Schiedsrichter- und Trainer-Programm sowie die UEFA-Verwaltung finanziert, der andere Teil wird in Form von Fixzahlungen und Projektfördergeldern an die 53 Mitgliedsverbände verteilt.

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) erhielt aus dem EM-Topf 8 Mio. Euro, die sich aus dem Startgeld von 7,5 Mio. Euro plus den 500.000 Euro Punktprämie für das 1:1 im Gruppen-Spiel gegen Polen zusammensetzte. Die 16 teilnehmenden Verbände kassierten insgesamt 184 Mio. Euro, wobei die Spanne zwischen 7,5 und 23 Mio. pro Land reichte. Der zweite große Brocken an Event-Ausgaben verschlang mit 234. Mio. Euro das operative Budget der EURO 2008 SA durch Stadienmieten, Personalkosten, Sicherheitsmaßnahmen, Host Cities, TV-Produktion, Website, usw.

Internetseite beliebt
Großer Beliebtheit erfreute sich der offizielle Internet-Auftritt, unter www.euro2008.com wurden 62 Mio. Besucher mit 1,3 Mrd. Zugriffen registriert. Enorm war das Interesse an den TV-Live-Übertragungen. Weltweit haben in 231 Ländern und Territorien mindestens je 155 Millionen Menschen die Partien verfolgt. In Österreich haben acht von zehn Leuten zumindest ein EM-Spiele live verfolgt, in der Schweiz waren es sogar neun von zehn. Die TV-Zahl in Österreich mit 1,8 Mio. Zuschauern im Schnitt stieg im Vergleich zur EM 2004 um 33,9, beim Nachbarn um 29,9 Prozent.

Das Gruppen-Spiel Österreich - Deutschland (0:1) bescherte dem ORF mit 2,1 Mio. Zuschauern das meistgesehene Fußballspiel seiner Geschichte. Im Land des neuen Europameisters wurde ebenfalls ein neuer TV-Zuschauer-Rekord verzeichnet. Das EM-Finale sahen in Spanien 14,5 Mio. Menschen. Dort saßen vor zwei Jahren während des WM-Endspiels (Italien - Frankreich 2:0) 12,2 Mio. vor den TV-Geräten. In Deutschland wurde jedes EM-Spiel von mindestens 15,8 Mio. verfolgt. Den (deutschen) Bestwert erzielte das Halbfinale Deutschland - Türkei (3:2) mit 29,6 Mio., das waren nur rund 100.000 weniger als der beste WM-Wert (29,7).

Die Werbebanden in den acht EM-Stadien war während der Live-Sendungen mehr als sieben Stunden lang im Bild. Das entspricht einem Werbewert von ungefähr 90 Mio. Euro. Profiteur des EM-Turniers waren auch der Öffentliche Verkehr. Erstmals galt die Eintritts- auch als Fahrkarte für die An- und Abreise, was die UEFA mit 5 Mio. Euro unterstützte. Während der Endrunde wurden in beiden Ländern 4,4 Mio. zusätzliche Gäste in knapp 8.700 zusätzlichen Zuggarnituren befördert. In Österreich waren es 2,4 Mio. Leute und 3.977 Züge mehr.
(apa/red)

29.7.2008 17:48
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