Kolumne: Hat sich Szene-Designer Nhut La Hong durch Hofer-Deal selbst disqualifiziert?

  • Agentur-Chef Dominik Wachta über La Hongs Absturz
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"La Hong sei zu klein für diese Welt, deswegen konnte ihn die Kamera auch nicht vollständig filmen", meinte Dominik Heinzl gewohnt charmant bei Hi!Society. Für News ist Nhut La Hong der "Absteiger der Woche", ein anderer Chefredakteur meint, La Hong sei ein etwas besserer Änderungs-schneider. Ein Magazin verweigert Kleider von La Hong bei einem Fotoshooting einzusetzen... Was war geschehen?

Ich hab schon vor einiger Zeit in der Kleinen Zeitung vom geplanten Deal La Hongs mit Hofer gelesen und mir sofort gedacht, das kann nicht gut sein fürs Image. Dass es jetzt aber so beinhart auf den einstigen Medienliebling ein-prasselt, verwundert doch ein wenig. Es rächt sich vielleicht jetzt auch das Spiel mit den Medien, dass das bekannte Wiener Schneiderlein zur Perfektion getrieben hat.

Es ist manchmal vielleicht doch besser, zu sich zu stehen und in ähnlicher Manier wie ich zu polarisieren. Ich habe kaum einen Skandal im Misswahl- oder Modelbereich nicht angesprochen. Das hat natürlich nicht nur Freunde geschaffen, sondern auch genug Feinde. Aber ich weiß, wer meine Feinde sind und das ist gut so, weil so der Überraschungseffekt ausbleibt. Mehr noch, ich bereite meine Partner mittlerweile darauf gezielt vor. So gibt es auch hier keine bösen Überraschungen. Nhut, wie der Designer mit Vornamen heisst, war immer zu allen freundlich, manchmal vielleicht ein bisschen aufgesetzt freundlich. Das macht ihn jetzt umso angreifbarer.

La Hong lässt man für Quoten über die Klinge springen und es ist durchaus möglich, dass das erst der Anfang war. Denn welcher Society-Dauergast möchte jetzt noch ein Kleid tragen, bei dem die Medien meinen, es sei ein "NoGo"?

Es gibt Gerüchte, dass schon vor dem Hofer-Deal einige Szene-Muppets lieber zu Thang de Hoo oder den Aufsteigern Callisti, Alexander Georgiev und weiteren gegangen sind, somit der vergrösserte La Hong Salon in schwere finanzielle Turbulenzen geraten sein soll. Deswegen soll der Hofer-Deal überhaupt erst stattgefunden haben.

Ob das stimmt oder nicht ist mir ehrlich gesagt relativ egal, denn ich möchte trotzdem eine Lanze für den Designer brechen. Wieso sind wir zu La Hong gegangen? Weil uns seine Kleider gefallen haben. Und diese Kleider gibt es natürlich nicht bei Hofer. Es gibt günstiger produzierte T-Shirts, Kappen etc... Es mag zwar für sein Image nicht der beste Deal sein, aber die Kleider von La Hong haben noch immer diesselbe Klasse wie zuvor.

Ganz im Gegenteil, jetzt ist es vielleicht sogar der beste Augenblick zu La Hong zu gehen, denn seine Stücke könnten nun etwas kostengünstiger erhältlich sein! Und im Endeffekt halte ich sehr wenig von Rudelverhalten - nur weil uns jemand sagt was in und was out ist. Jeder Mensch sollte so intelligent sein, sich seine eigene Meinung zu bilden und auch eigenständig zu handeln.

In solchen Zeiten weiß man, wer seine wahren Freunde sind. Auch La Hong wird das jetzt merken und sicher in Zukunft etwas weniger offen sein. Denn Medien können einen auf den Olymp heben, aber sie können einen auch beinhart vernichten und in die Abgründe der Hölle stürzen. Ich hoffe für La Hong, dass es nur ein Schuss vor den Bug war. Er würde mit seinen Kleidern, genauso wie mit seiner Art der Branche absolut fehlen.

Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International".

5.8.2008 14:06
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