Riesiger Riss am Petermann-Gletscher: 29
Quadratkilometer Stück droht zu schmelzen

  • Experten: Anstieg des Meeresspiegels noch rascher
  • Riss ist schon 11 Kilometer lang und 800 Meter breit

Im Norden Grönlands haben Forscher einen riesigen Riss im Eis entdeckt. Ein fast 29 Quadratkilometer großes Stück droht dabei vom großen Petermann-Gletscher abzubrechen, wie Jason Box, ein Gletscherexperte des Polarforschungszentrums an der Universität von Ohio, erklärte. Ein Teil des größten schwimmenden Gletschers auf der Nordhalbkugel werde sich noch in diesem Jahr auflösen. Wenn sich diese Entwicklung verstärkt, könnte dies zu einem noch stärkeren Anstieg des Meeresspiegels führen als ohnehin schon durch das Schmelzen der Gletscher im Süden Grönlands.

Der jetzt auf Satellitenbildern entdeckte Riss ist elf Kilometer lang und rund 800 Meter breit. Er liegt ungefähr in der Mitte des im Wasser schwimmenden Teils des rund 1.300 Quadratkilometer großen Petermann-Gletschers. Auf den Bildern sind auch noch weitere kleinere Risse zu erkennen. "Die Bilder sprechen für sich", sagte Box. "Der Riss bewegt sich und er bewegt sich schneller und schneller zur Front. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein großes Stück abbricht. Es steht unmittelbar bevor."

Eisabbrüche gab es am Petermann-Gletscher auch schon zuvor. Was die Forscher aber noch mehr beunruhigt, ist das Gesamtbild, das sich aus den jüngsten Berichten ergibt. "Wir sehen, dass dass Phänomen immer weiter nach Norden geht", sagt Waleed Abdalati von der Universität von Colorado. Die große Frage, die sich die Wissenschaftler dabei stellen, ist, ob dieses Abbrüche noch normal sind in der Entwicklung von Gletschern oder ob es Auswirkungen der globalen Erwärmung sind? "Es ist ein großes Ereignis", sagt NASA-Eiswissenschafter Jay Zwally. "Es ist sicher ein Signal, aber wir wissen noch nicht, was es bedeutet."
(apa/red)

25.8.2008 09:38
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