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Samba-Volleyballer von den USA entthront:
Titelverteidiger verliert das Endspiel mit 1:3

  • US-Boys mit drittem Olympiasieg nach 1984 & 1988
  • Persönliche Tragödie für US-Trainer McCutcheon

Weltligasieger USA hat mit einem 3:1-(-20,22,21,23)-Finalsieg gegen Brasilien in Peking olympisches Gold im Volleyball der Herren geholt. Nach zwei Olympiasiegen in den Beach-Bewerben kürten sich die Amerikaner dadurch endgültig zur Volleyball-Großmacht der Spiele. US-Trainer Hugh McCutcheon, Ex-Coach der Wiener aon Hotvolleys, übermannten im Moment des Triumphs die Gedanken an die private Tragödie. Kurz nach der Eröffnungsfeier am 8. August war sein Schwiegervater von einem Chinesen erstochen worden.

"Es war zu viel für mich, einfach nur unwirklich", gestand der gebürtige Neuseeländer McCutcheon. "Es sind die schwersten Zeiten - und zugleich die besten." Sekunden nach dem entscheidenden Punkt des Endspiels zeigte er mit dem Finger gen Himmel, herzte die Teambetreuer und verschwand dann minutenlang in einem Nebenraum.

Der 38-Jährige nutzte seine "Flucht" für ein kurzes Telefonat mit seiner heimgereisten Frau Elisabeth. Diese hatte die Messer-Attacke auf ihre Eltern (ihre Mutter hatte schwer verletzt überlebt) selbst mit ansehen müssen und ihren Mann dennoch überzeugt, zu seinem Team zurückzukehren. In den ersten drei Partien des Olympia-Turniers war McCutcheon noch abwesend gewesen.

"Macht Schwiegervater nicht lebendig"
Im Endspiel verloren die USA den ersten Satz, wurden aber danach immer stärker. Brasilien, der Olympiasieger von 2004, hatte dem unbedingten Willen der Amerikaner nicht mehr viel entgegenzusetzen. "Hugh ist wie ein Vater für uns. Deshalb könnte ich nicht glücklicher für ihn sein", verriet Angreifer Scott Touzinsky. McCutcheon relativierte hingegen: "Das macht meinen Schwiegervater nicht wieder lebendig. Es ändert nichts."

Dennoch freue er sich über den Erfolg. "Mein Herz schmerzt wegen des schweren Verlustes in unserer Familie, aber ich bin auch sehr stolz auf meine Mannschaft. Das sind zwei einander sehr widersprechende Emotionen und ich versuche, gut mit ihnen umzugehen", meinte der Trainer, der das Team USA zum ersten Olympiasieg seit 1988 in Seoul geführt hatte. Nach Gold 1984 und 1988 sowie Bronze 1992 war dies erst das vierte Olympia-Edelmetall für die amerikanischen Herren.

Doppel-Erfolg verpasst
Brasilien dagegen vergab mit der Final-Pleite die Chance auf den ersten Doppel-Erfolg einer Nation bei einem olympischen Volleyball-Turnier seit 28 Jahren. Einen Tag zuvor war das Damenteam noch mit einem 3:1 gegen die USA erfolgreich gewesen. (apa/red)

24.8.2008 11:41
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