Modebewusstsein Österreichs Politiker:
Faymann & Molterer sollten Farbe bekennen
- Modeberaterin: Strache und Haider modebewusster
- Van der Bellen sollte besser auf den Bart verzichten

Mehr Farbe in ihrer Kleidung könnten sowohl SPÖ-Spitzenkandidat Werner Faymann als auch sein Kontrahent von der ÖVP, Wilhelm Molterer, vertragen. Grundsätzlich machen aber beide Kanzlerkandidaten in ihren Anzügen eine gute Figur, sie hätten aber beide Verbesserungspotenzial, so lautet die Expertise der Mode- und Trendberaterin Irmie Schüch-Schamburek. Besonders gut gekleidet sind unter allen Spitzenkandidaten FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und BZÖ-Obmann Jörg Haider, obwohl letzterer nach Meinung der Expertin einen Deut zu modisch ist.
Als "No-Go" bezeichnete Schüch-Schamburek im Gespräch mit der APA die schwarze Strickkrawatte auf Faymanns Plakaten, über die schon viel diskutiert wurde und die sogar Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage ist. Laut Schüch-Schamburek signalisiert ein schwarzer Schlips Trauer. Aber auch Faymanns sonstige Krawatten scheinen nicht ideal. "Die dünnen Streifen sind klassisch, aber langweilig", so Schüch-Schamburek. Sie empfiehlt ihm Blockstreifen und breitere Knoten, zumal er kein markantes Gesicht habe. Seine Anzüge sitzen gut und auch die Frisur sei ok, allerdings könnte Faymann "mehr Modemut beweisen", urteilte Schüch-Schamburek.
Molterer manchmal "komisch"
Auch bei Molterer sitzen die Anzüge korrekt und hätten eine "auffällig gute Qualität". Das Grau stehe ihm gut, aber ein bisschen mehr Farbe würde auch ihm nicht schaden. Molterers Gewohnheit, sich das Sakko über beide Schultern zu hängen, findet Schüch-Schamburek "komisch". Wovon sie ihm ebenfalls abrät, sind Jeans-Sakko-Kombinationen und Stulpen, weil er für letztere zu klein sei.
Van der Bellen: Bart müsste ab
Beim Grünen-Chef Alexander Van der Bellen ortet Schüch-Schamburek einen Wechsel zwischen "trachtig" und intellektuell, wobei sie das Trachtige "absolut glaubwürdig" findet. Van der Bellens Anzüge sitzen gut, wirken aber manchmal "leicht abgetragen", so Schüch-Schamburek. Außerdem gefiele ihr Van der Bellen bartlos besser, meinte die Expertin. Durch die unterschiedlichen Farbschattierungen der Barthaare könne dieser ungepflegt wirken. Zudem signalisieren Bärte, dass man "etwas verstecken möchte".
Straches Styling wirkt dynamisch und provokativ
Das Styling von Strache entspreche dem Image, das er verkörpern möchte. Er wirke dynamisch, provokativ und verkörpere perfekt den Herausforderer. Seine Kleidung habe einen guten Schnitt und sei genau überlegt. Strache komme nicht zuletzt zugute, dass er jung sei und einen "gefälligen Körperbau" habe. Er und Haider setzten ihr Styling bewusst ein, wobei Haider mit den sehr taillierten Sakkos und breiten Krawattenknoten etwas "zu modisch" sei. Das wirke leicht unglaubwürdig, so die Modeberaterin.
LIF-Spitzenkandidatin Heide Schmidt kann sich nach Meinung Schüch-Schambureks "wunderbar gut kleiden, wenn sie möchte, sie möchte aber nicht immer". Das Styling Fritz Dinkhausers findet die Expertin für die lokale Politik OK. Polo-Shirts seien für einen "nationalen Player" aber nicht passend. "Nicht ganz optimal" findet sie auch die Frisur des Tirolers.
Insgesamt sei Österreich ein Land, in dem sich Politiker vergleichsweise "viele stylistische Freiheiten erlauben", resümierte Schüch-Schamburek.
(apa/red)









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