TV-Konfrontation mit BZÖ-Chef Jörg Haider:
Van der Bellen hält Populismus-Keule stand

  • Der Kärntner LH und sein Hang zur Selbstinszenierung
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Politische Gegensätze, wie sie eklatanter nicht sein könnten: In der fünften Runde trafen sich Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und BZÖ-Chef Jörg Haider zur TV-Konfrontation und es wurde zum erwarteten, ja gar erwünschten heißen Wortgefecht. Überraschenderweise hielt Van der Bellen der Populismuskeule Haiders stand und punktete neben gewohnter Sachlichkeit auch mit scharfen Wortspenden.

Es ist kein Geheimnis, dass Kärntens Landeshauptmann brilliant im Schwingen der Populismuskeule und geschickten Verdrehen von Tatsachen ist. Auch seinen Hang zur Selbstinszenierung bewies er einmal mehr gleich zu Beginn des TV-Duells. Theatralisch erklärte er, dass er kurz zuvor operiert wurde und dennoch den Weg zum Küniglberg auf sich nahm. Gratulation, Herr Haider! Perfekt inszeniert, das Mitleid ist Ihnen sicher.

Die "Überraschung" des TV-Abends: Der Grünen-Chef konnte sich geschickt gegen die Polemiken und argumentativen Querschüsse Haiders zur Wehr setzen. Bester Van der Bellen-Sager des Abends: "Ich weiß wieder, warum ich in die Politik gegangen bin. Um Leuten wie Ihnen nicht das Feld zu überlassen." Der Professor scheint langsam begriffen zu haben, dass "nur" mit nüchterner Sachlichkeit keine neuen Wählerstimmen zu gewinnen sind.

Zwar wird die gelungene Performance Van der Bellens vor den Fernsehkameras nicht bei der Abstimmung unter news.at-Usern sichtbar, die Jörg Haider für sich entscheiden konnte. Trotzdem muss dem Wirtschaftsprofessor eine Verbesserung seiner Außendarstellung bescheinigt werden. Fazit: Haider punktet mit gewohntem "Showprogramm", Van der Bellen fügt seiner hohen Kompetenz eine Brise "Schärfe" hinzu.

(Kim Son Hoang)

5.9.2008 16:43
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