Haiders Comeback: Als "Staatsmann"will
er sich wieder ins Regierungsspiel bringen

  • Er setzt auf "linke" Politik & schauspielerisches Talent
  • NEWS: Seine Marathon-Tour & seine Inszenierung

Er war immer schon der Mann mit den tausend Gesichtern: mal Biedermann, dann wieder Brandstifter, mal mit Trachtenanzug, dann wieder mit den neuesten Prada-Anzügen gewandet, mal sozialpolitisch besonders links und dann wieder treu rechts und neoliberal. Keine Frage: Jörg Haider bleibt auch nach 30 Jahren in der Politik seinem Stil treu und zeigt, dass er seinem einstigen Jugendtraum, mal Schauspieler zu werden, auch in der Politik nicht abgeschworen hat.

Im Gegenteil. Seit er sich als BZÖ-Spitzenkandidat auf der bundespolitischen Bühne zurückgemeldet hat, präsentiert er sich der Öffentlichkeit wieder einmal als "neuer" Haider. Diesmal setzt er auf eine Portion "Staatsmann", gepaart mit seinen politischen Wurzeln als ehemaliger blauer Sozialsprecher im Parlament. Ja, der Kärntner Landeshauptmann mimt erneut den selbst ernannten "Robin Hood" und Rächer der Enterbten.

Haiders Show
Zurzeit gilt der ehemalige FPÖ- und nunmehrige orange Spitzenkandidat immerhin als vorläufiger Gewinner der bisherigen TV-Konfrontationen. In den kommenden dreieinhalb Wochen bis zur Nationalratswahl am 28. September möchte Haider seinem Stil treu bleiben. Er wird den Schwerpunkt seines Wahlkampfes auf das "Modell Kärnten" legen und weiterhin behaupten, dass dort das gelobte Land sei, in dem Milch und Honig fließe - höchste Landesverschuldung und Arbeitslosenrate hin oder her.

Volksfeste & Reden
Und natürlich wird er auch den "Erlöser" von der "schlechtesten großen Koalition aller Zeiten" zum Besten geben. Dafür wird er auch in allen Bundesländern wahlkämpfen. Dort jede Menge Volksfeste besuchen und Reden halten. Und immer wieder mit dem nötigen Haider'schen Showeffekt per Hubschrauber einfliegen. Seine Plakate, die in ganz Österreich affichiert sind und werden, werden bis zum Wahltag mit einfachen Botschaften auf die One-Man-Show Haider fokussiert bleiben.

Haider setzt auf Haider
Sein eigentliches Wahlziel freilich ist es, seine Orangen nach der Nationalratswahl wieder in eine Regierung zu führen. Dass sich eine Zweier-Koalition nicht ausgehen wird, weiß der BZÖ-Spitzenkandidat natürlich. Er wird versuchen, seine ehemaligen blauen Kameraden doch noch zu einer Kooperation mit einer der beiden "Großparteien" zu bewegen. Nur wenige Wochen vor der Wahl trauen die meisten Meinungsforscher Haider jedenfalls zu, sein BZÖ auf acht bis neun Prozent zu hieven. Sollte ihm das tatsächlich gelingen, würde Haider auf ein neuerliches Remake setzen: auf jenes des ewigen "Comeback-Kid".

Den gesamten Bericht lesen Sie im aktuellen NEWS 38/2008

7.9.2008 07:10
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