Konsequenzen nach Fußball-Krawallen:
Stadionsperre und Geldstrafe für Neapel
- Hooligans mit Verbindungen zur italienischen Mafia
- Präsident von SSC Neapel stellt die Rute ins Fenster

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Nach den schweren Krawallen zu Beginn der Fußball-Meisterschaft vor acht Tagen hat der Richter des italienischen Fußballverbands eine komplette Stadionsperre für den italienischen Erstligisten SSC Neapel bis 31. Oktober beschlossen. Vier Heimspiele werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im San Paolo-Stadion Neapels ausgetragen werden. Außerdem wird der Verein eine Strafe von 10.000 Euro zahlen müssen.
Im Zuge des erneuten Gewalt-Skandals im italienischen Fußball, bei dem am 31. August zehn Polizisten verletzt wurden, hatte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi scharfe Maßnahmen angekündigt. Die Behörden werden zukünftig alle Spiele, die risikobelastet sind, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden lassen.
Verbindungen zur Mafia
Über 200 Vorbestrafte mit Verstrickungen zur Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, befanden sich unter den Ultras, die für die schweren Krawalle am Bahnhof Neapels und in Rom vor dem Fußball-Meisterschaftsspiel AS Rom-SSC Neapel verantwortlich waren. "Wir haben festgestellt, dass sich Kriminelle in die Ultras-Gruppen eingeschleust und Krawalle angestiftet haben. 200 Vorbestrafte sind in den Ausschreitungen verwickelt. Wir wollen dafür sorgen, dass solche Fälle nie wieder vorkommen", sagte der Vize-Polizeichef in Neapel, Nicola Cavaliere, nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport".
Auch Italiens Polizeichef, Antonio Manganelli, hatte eine Verstrickung zwischen Camorra und gewalttätigen Ultras-Gruppen vermutet. "Wir glauben, dass die Ausschreitungen der Neapel-Fans von der organisierten Kriminalität angestiftet wurden", sagte Manganelli bei einer Pressekonferenz in Palermo. "Wir wissen, dass Ultra-Kreise Verbindungen mit der organisierten Kriminalität haben. Diesem Aspekt wollen wir nachgehen", sagte Manganelli. Eine dementsprechende Untersuchung sei im Gange.
Neapel-Chef droht mit Rücktritt
Der Chef von SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis, drohte mit seinem Rücktritt, sollte sich das Verhalten der Ultras seiner Mannschaft nicht ändern. Er forderte die aktive Unterstützung der Polizei. "Ich lasse mich von den Gewalttätigen nicht einschüchtern, doch der Staat muss uns vor denen schützen, die den gesunden Fußball vergiften. Ansonsten werde ich meine Erfahrung im Fußball als beendet betrachten", so De Laurentiis. "Diese Kriminellen haben den Meisterschaftsbeginn in einen Kriegstag umgewandelt. Das ist unerträglich. Dabei machen diese Gewalttätigen nur 0,5 Prozent unserer Tifosi aus. Man kann sie aber nicht Fußballfans bezeichnen, sie sind nur Kriminelle", sagte De Laurentiis. (apa/red)









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