Trotz vergebenem Ronaldinho-Elfmeter:
Brasilien schießt sich vs. Chile aus der Krise

  • Nach 3:0-Sieg rückt "Selecao" auf Rang zwei vor
  • PLUS: Argentinien nur mit Remis gegen Paraguay

Brasiliens Fußball-Stars ist ein Befreiungsschlag gelungen. Der Rekord-Weltmeister schlug in Santiago Chile 3:0 (2:0) und rückte nach der siebenten Runde in der südamerikanischen WM-Qualifikation vom fünften auf den zweiten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter Paraguay vor.

Aufatmen durfte vor allem Teamchef Carlos Dunga, der in seiner Heimat schon gehörig unter Erfolgsdruck gestanden war. Mit einer Niederlage hätte der frühere Teamspieler nach Meinung vieler Journalisten wohl seinen Posten verloren. Der Sieg der "Selecao" im Estadio Nacional in Santiago war auch in dieser Höhe verdient. Obwohl die Hausherren über weite Strecken der Partie beherrschten, spielten die Gäste vor 60.000 Zuschauern die besseren Chancen heraus. Die Tore schossen Luis Fabiano (20. und 82.) und Robinho (44.).

Der Sieg hätte höher ausfallen können, doch Chiles Tormann Claudio Bravo parierte beim Stand von 0:1 einen Foulelfmeter von Ronaldinho. Der Weltstar des AC Milan blieb auch sonst blass. In den Reihen Brasiliens zeigten aber die meisten Spieler, darunter auch Diego, der Bremer Clubkollege der Österreicher Sebastian Prödl und Martin Harnik, solide Leistungen. Nach der Pause mussten Verteidiger Kleber (BRA) und Mittelfeldspieler Valdivia (CHI) vorzeitig zum Duschen.

Tevez bekommt Probleme
Paraguay hat mit einem 1:1 in Argentinien die Führung in der südamerikanischen WM-Qualifikation erfolgreich verteidigt. Eine gehörige Schelte von Argentiniens Teamchef Alfio Basile droht Carlos Tevez, der Stürmer sah vor 70.000 Zuschauern in Buenos Aires bereits in der 31. Minute die Gelb-Rote Karte und wurde damit zum zweiten Mal in seinen jüngsten drei Länderspielen vom Platz gestellt.

"Ich werde mit ihm ein privates Gespräch führen", kündigte Basile eine Aussprache mit dem Manchester-United-Legionär an, der nach zwei rüden Tacklings ausgeschlossen wurde. Auch beim 1:2 im November 2007 in Kolumbien war Tevez bereits vor der Pause ausgeschlossen worden, damals hatte er einen Gegenspieler niedergetreten.

Glücklose Argentinier
Die Argentinier, in Peking Olympiasieger, waren an diesem Abend überhaupt nicht vom Glück verfolgt. Bereits in der 13. Minute geriet man durch ein Eigentor von Gabriel Heinze in Rückstand, Heinze kollidierte dabei mit seinem Torhüter Roberto Abbondanzieri, dieser musste daraufhin mit einem tiefen Cut am Knie ausgewechselt und durch Juan Pablo Carrizo ersetzt werden. Dennoch gelang in Unterzahl der Ausgleich durch den eingewechselten Sergio Aguero (61.), die Vorarbeit leistete Lionel Messi.

Die erste Niederlage der laufenden Quali musste Kolumbien mit einem 0:1 zu Hause gegen Uruguay hinnehmen, für Peru gab es durch das 1:0 daheim gegen Venezuela den ersten vollen Erfolg zu feiern. (apa/red)

8.9.2008 11:06
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