Börsen-Lage günstig wie lange nicht mehr:
Damit verpassen Sie nicht den Aufschwung
- FORMAT: Experten setzen weiter auf Globalisierung
- Vorsicht: Kursverluste sind aber weiterhin möglich
Die Börsen sind so günstig wie lange nicht. Weltweit warten Hunderte Milliarden Euro auf ihren Einsatz. Sobald die Börsen wieder nachhaltig anspringen, werden die liquiden Mittel dort in kurzer Zeit investiert werden. Die massive Geldspritze kann die Kurse innerhalb kurzer Zeit um zehn Prozent und mehr in die Höhe jagen. Die Basis für ein spektakuläres Comeback der Börsen ist vorhanden: Die Aktien sind so günstig wie seit langem nicht mehr.
So sind die wichtigsten 50 Topkonzerne der Eurozone, die im EuroStoxx50-Index enthalten sind, im kommenden Jahr mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8,9 ausgesprochen günstig bewertet. Im Jahr 2007 war die Bewertung mit 12,7 noch 30 Prozent teurer. Noch billiger sind die Schwellenlandbörsen. In Russland liegt das KGV nach dem jüngsten Kursrutsch infolge der Georgien-Krise nur noch bei 5,1.
Verluste weiter möglich
Eigentlich müsste die Devise für langfristige Anleger jetzt heißen: kaufen, kaufen, kaufen. Eigentlich. Denn noch ist die Finanzkrise nicht ausgestanden. Außerdem verderben die hohe Inflation und die Gefahr eines Wirtschaftsabschwungs die Laune der Investoren. Bei schlechten Nachrichten sind deshalb noch weitere Kursverluste möglich.
Mit anderen Worten: Die Anleger haben derzeit die Qual der Wahl. Wer nicht rechtzeitig einsteigt, verpasst möglicherweise enorme Gewinne. Und wer sein Pulver zu früh verschießt, fährt sein Depot zumindest vorübergehend noch weiter in die roten Zahlen.
Günstige Kurse nutzen
Erfahrungsgemäß werden Mutige letztlich an der Börse belohnt. Deswegen zog FORMAT sieben renommierte Experten zu Rate, wo sie jetzt besonders gute Chancen sehen. Drei Dachfondsmanager wurden gefragt: Wie würden Sie jetzt 10.000 Euro in Fonds anlegen? Dabei ging es ganz bewusst nicht darum, den gesamten Sparstrumpf zu leeren, sondern wenigstens mit einem Teil des verfügbaren Kapitals die günstigen Kurse zu nutzen.
Vier Private Banker bekamen eine ähnliche Aufgabe gestellt, allerdings mit der Summe von 100.000 Euro und der Möglichkeit, auch Einzelinvestments in Aktien, Anleihen oder Zertifikate zu tätigen. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Tipps, wie man jetzt aus der Krise Profit schlagen kann - viele davon sind auch mit einem Einsatz von einigen Hundert Euro sinnvoll. Wer sich die Details der Vorschläge genauer anschauen möchte, findet unter Eingabe der ISIN-Nummer zahlreiche Informationen im Internet.
Experten setzen auf Globalisierung
Generell setzen alle Experten weiter auf die Globalisierung und den Aufstieg der Schwellenländer. So findet sich zum Beispiel der Weltaktienfonds M&G Global Leaders gleich zweimal in den Bestenlisten. Gabriele Jandrisevits-Herzog, Dachfondschefin der Erste-Sparinvest, würde 3.000 Euro in den Fonds investieren: "Der Fonds setzt auf globale Weltmarktführer, die naturgemäß in den Schwellenländern stark vertreten sind." Das Produkt ist auch ein Favorit von Karin Kunrath, Fondsanalyse-Chefin der Raiffeisen-Fondsgesellschaft: "Fondsmanager Aled Smith ist sehr bodenständig, erfahren und liefert seit Jahren herausragende Leistungen."
Die weltweite Finanzkrise hat nicht nur die Aktienkurse unter Druck gesetzt, sondern auch die Notierungen vieler Anleihen, speziell aus dem Bankenbereich. So ist derzeit ein Papier der Volksbank-Tochter in Jersey zu einem Kurs von 56 zu haben, was einer Rendite von etwa 8,5 Prozent entspricht. Haken, so Capital-Bank- Vorstand Veyder-Malberg: "Die Anleihe hat kein Laufzeitende, die Volksbank kann aber jährlich kündigen." Auch Staatsanleihen von Euro-Mitgliedern werden derzeit mit attraktiven Zitterprämien verkauft. Hier rät Gutmann-Bankerin Marion Klotzberg zu Papieren aus Italien, Slowenien und dem künftigen Euro-Mitglied Slowakei. Hintergedanke: Wenn sich die Finanzkrise beruhigt, werden die Renditeaufschläge sinken, was für einen Zusatzgewinn sorgt.
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