Schönsten Herbsttouren Teil 4: Am Marsch
von Alm zu Alm in den Stubaier Alpen

  • Mit Alpengluehen.com und news.at zu Gast im Ötztal
  • Fantastische Aussichten im hochalpinen Gelände

Der Herbst ist die perfekte Zeit für ausgedehnte Wandertouren. Deshalb hat news.at gemeinsam mit der neuen Sport und Freizeit-Community Alpengluehen.com ein Herbsttouren-Special ins Leben gerufen. Jede Woche stellen wir eine Tour vor, die von sportlichen Alpengluehen-Scouts vorab durchwandert wurde und deshalb topaktuelle Infos über die Route bietet. Teil 4: Der Sölder Almmarsch, gute Aussichten am Marsch von Alm zu Alm.

Sollte dieser Herbst sich doch noch einmal erbarmen und sich auch von seiner wirklich sonnigen Seite zeigen – woran wir natürlich alle ganz fest glauben! – dann empfiehlt sich diese Rundwanderung in den Stubaier Alpen auf den Almen des Ötztals, der Sölder Almmarsch I. Allerdings nur dann. Immerhin bewegen wir uns die meiste Zeit im 2.000er-Bereich. Bei schlechtem Wetter kann es da oben also schon ganz schön frisch werden. Und wir wissen ja, wie das damals beim Ötzi ausgegangen ist. Der höchste Punkt liegt aber eh nur auf 2.320 Metern, ist also nicht allzu wild. Dafür ist diese Herbsttour mit ihren 19,5 Kilometern ein ganz schönes Kaliber. Grundvoraussetzung sind jedenfalls eine gute Kondition, die richtige Ausrüstung und ein ganzer Tag Zeit.

Zur Almsiedlung auf der Sonnenterrasse
Wir starten direkt am Postplatz im Zentrum von Sölden. Wer also in Sölden übernachtet, braucht sein Auto an diesem Tag nicht mal anzustarten. Wir folgen den Schildern zur Stallwies- und zur Kleblealm über den Ortsteil Granbichl raus aus Sölden und rein in den Wald. Beim Aufstieg zur Kleblealm bewegt man sich meistens im schattigen Wald und kreuzt mehrmals den Fahrweg rauf zur Kleblealm.

Nach etwa einer Stunde erreicht man die Jausenstation, bald darauf überschreitet man auch schon die Baumgrenze und kommt bei der Kleblealm (1.983 m) an. Die Kleblealm ist eine kleine Almsiedlung rund um eine Marienkapelle und eine Sonnenterrasse mit traumhafter Aussicht auf den Geigenkamm und nach Hochsölden. Wer jetzt schon eine Stärkung braucht, kann in der urigen Jausenstation einkehren und den herrlichen Ausblick genießen.

Karge Landschaft, Wahnsinnsaussicht
Weiter geht’s durch das karge hochalpine Gelände Richtung Laubkar zum höchsten Punkt dieser Tour auf 2.320 Metern. Von hier aus könnte man auch weiter rauf zur Hochstubaihütte wandern, wir aber begeben uns wieder in ein bisschen tiefere Gefilde. Und zwar ins Windachtal. Dabei bewegen wir uns weiterhin oberhalb der Baumgrenze, die Landschaft bleibt also recht karg. Das macht aber der fantastische Ausblick auf alle Fälle wieder wett.

Unser nächster Zielpunkt ist Fiegl’s Gasthaus (1.958 m). Von der Kleblealm braucht man hierher ca. 1,5 Stunden. Das Gasthaus war früher ein wichtiger Treffpunkt im Windachtal. Hier trafen sich Jäger und Samer, Hirten und Wanderer. Hier erfuhr man die neuesten Neuigkeiten über den Zustand der Wege und die Vorgänge im Dorf. Hier wurde geplaudert, getrunken und gegessen. Das funktioniert auch heute noch gut. Gerade im Herbst sollte man sich vor allem die Wildspezialitäten nicht entgehen lassen.

Letzter Wadlbeißer
Nach der Einkehr in Fiegl’s Gasthaus geht’ weiter talauswärts und leicht bergab auf dem Fahrweg bzw. auf dem kleinen Fußweg daneben zur Lochle Alm. Wer Glück, dem läuft in der Nähe des Gasthauses sogar noch eines der Yaks vor die Nase, die die Rimls, die Wirtsleute, vor einigen Jahren nach Tirol importierten und die sich im Ötztal ganz hervorragend vermehren. Nach der Lochle Alm (1.843 m) verlassen wir die Straße endgültig und überqueren die rauschende Windache. Jetzt werden die Wadln noch mal auf die Probe gestellt: Bis zur Brunnenbergalm (1.972 m) geht es ca. 1 Stunde auf einem Waldweg ziemlich resch bergauf. Dafür wird man nachher mit einem der schönsten Ausblick im ganzen Sölder Wandergebiet belohnt. Die Brunnenbergalm ist übrigens nur bis Ende September bewirtschaftet. Sollte man sie noch offen erwischen: Unbedingt den Kaiserschmarrn probieren! Ein Prachtexemplar seiner Gattung.

Auf der Brunnbergalm hat man eigentlich das Härteste dieser Tour schon hinter sich. Jetzt geht es zuerst in einer halben Stunde leicht bergab zur Stabele Alm am Brunnenberg (1.910 m), die leider auch nur bis Ende September bewirtschaftet ist. Jetzt gibt’s noch einen leichten Anstieg über den Brunnerboden und dann geht es richtig steil runter nach Zwieselstein (1.470 m). Also aufpassen, dass man kein Knieschnackerl kriegt.

Fast ebener Endspurt
Zwieselstein ist ein ganz entzückendes kleines Dorf mit schönen Tiroler Holzhäusern und einem lieben Kircherl, wo sich uns im gemütlichen Gasthof Zwieselstein auch wieder eine Einkehrmöglichkeit bietet. Von Fiegl’s Gasthaus bis nach Zwieselstein sollte man mit rund 3,5 Stunden Gehzeit rechnet. Nur damit man sich da die Kraftreserven auch richtig einteilt.

Von Zwieselstein machen wir uns auf den fast ebenen Rückweg von einer Stunde durch die romantische Kühtrainschlucht über den Sölder Ortsteil Moos zurück nach Sölden.

Auch wenn sich unsere Herbstwanderung diesmal nach einer ziemlichen Gewalttour anhört: Allzu schwere Passagen sind nicht dabei und mit der richtigen Einteilung ist die Tour absolut schaffbar. Vorausgesetzt eben, das Wetter stimmt. Dann aber wird man mit wirklich einmaligen Ausblicken auf die Ötztaler Alpen und mit wunderschönen Alm-Impressionen belohnt.

Sie wollen mehr über diese Route erfahren?
Mehr Kartenmaterial und den gpx-Track zu dieser Tour zum freien Download und ausführliche Beschreibungen Tausender anderer Wander-, Bike- und Laufrouten finden Sie hier www.alpengluehen.com.

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Nächste Woche erkunden wir dann die mystische Gegend des Inneren Salzkammerguts bei unserer Herbsttour zum Löckersee.

Facts zur Tour:

Länge: 19,5 km
Dauer: 8 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel
Charakter: für konditionsstarke Genusswanderer
Start und Endpunkt: Postplatz Sölden

29.9.2008 15:51
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