Aktien an Börsen weiter auf Talfahrt: EU
erhöht Einlagen-Sicherung auf 50.000 Euro
- Rettung wichtiger Banken einstimmig beschlossen

Die EU-Finanzminister haben sich bei ihrem Treffen in Luxemburg einstimmig auf die Rettung aller wichtigen Banken in der EU und die Anhebung der Mindestgrenzen für die Einlagensicherung geeinigt. Wir haben uns verpflichtet, dass wir einen europäischen Fall 'Lehman Brothers' nicht hinnehmen werden", sagte die französische Finanzministerin und amtierende Ratspräsidentin Lagarde nach den Beratungen.
"Wir haben beschlossen, systemrelevante Finanzinstitute zu unterstützen", heißt es in der Abschlusserklärung des Finanzministertreffens. Für Bankenrettungen durch Rekapitalisierung bzw. Haftungs- bzw. Garantieübernahmen haben sich die 27 Finanzminister auf bestimmte Prinzipien verständigt. Unter anderem sollen Interventionen rasch und vorübergehend sein, die Aktionäre der Institute ebenfalls zur Kasse gebeten werden und auch das Management die Konsequenzen tragen. Welche Banken zu den systemrelevanten Banken gehören müsse von Fall zu Fall entschieden werden, sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.
Bei der Absicherung der Spareinlagen bei Bankpleiten wird die in der EU vorgeschriebenen Mindestgrenze von derzeit 20.000 Euro auf 50.000 Euro angehoben. In der Schlusserklärung heißt es aber, dass etliche Mitgliedstaaten in ihrer Einlagensicherung auf 100.000 Euro gehen werden.
Börsen-Talfahrt geht weiter
Die Talfahrt der Börsen setzt sich indes fort. In Asien und Australien knickten die Kurse weiter ein. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei fiel gleich zum Handelsauftakt in Tokio erstmals seit rund fünf Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Auch die Aktienindexe in Südkorea, Australien und Neuseeland waren im roten Bereich.
Sorgen über einen Abschwung der Weltwirtschaft hatten am Montag die Börsen weltweit auf Talfahrt gehen lassen. An der Wall Street herrschte bisweilen panikartige Stimmung. Zeitweise brach der Leitindex Dow um 800 Punkte ein und schloss mit minus 3,58 Prozent auf 9955,50 Zähler auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren. Damit erholte er sich in der letzten Handelsstunde von seiner spektakulären Talfahrt. In Asien und Europa waren die Börsen bereits am Montag in den Keller gegangen. Auch in Lateinamerika machte sich an den Aktienmärkten Panikstimmung breit.
(apa/red)








