Manninger hält sein Juventus-Tor sauber:
Nullnummer bei Gastspiel in St. Petersburg

  • Aufsteiger der Gruppen E bis H sind bereits fixiert
  • Real-Superstar Raul mit 64. CL-Treffer Rekordhalter

Vor der finalen Runde der Gruppenphase stehen in den Pools E bis H schon alle acht Aufsteiger ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League fest. Zu Titelverteidiger Manchester United, Villarreal CF und dem Manninger-Club Juventus Turin gesellten sich jeweils durch Siege Bayern München, Olympique Lyon, Arsenal London, FC Porto und Real Madrid.

Außerdem sicherten sich Aalborg BK und UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg in der fünften Runde als fixer Tabellendritter für das Frühjahr die UEFA-Cup-Teilnahme, während Celtic Glasgow und BATE Borisow die internationale Bühne in zwei Wochen endgültig verlassen müssen. Am 10. Dezember geht es in allen sechs Gruppen noch um den ersten Tabellenplatz, der in der Runde der letzten 16 gegen einen Zweiten das Rückspiel daheim garantiert. In den Pools F und G kommt es dabei zu echten Endspielen um den Gruppensieg.

Zu den Dienstag-Siegern zählte auch ein Österreicher, obwohl dieser gar nicht gewonnen hat. ÖFB-Teamkeeper Alexander Manninger, der in der vorigen Woche noch für das Türkei-Länderspiel abgesagt hatte, erholte sich von seinen Rückenproblemen erstaunlich schnell und erreichte mit Juventus in St. Petersburg ein 0:0. Der Salzburger hatte vor fast 20.000 Zuschauern bei Minusgraden einen großteils ruhigen Abend.

Manninger hält Kasten sauber
"Es war ein schwieriges Spiel, aber dieser Punkt ist sehr wichtig für uns. Jetzt können wir viel ruhiger nach Hause zurückkehren", sagte Manninger der "Gazzetta dello Sport", von der er für seinen vierten Einsatz in der Champions League die Durchschnittsnote 6,5 erhielt. Den bisher einzigen Auftritt in Russland hatte die "Alte Dame" 1993/94 im UEFA-Cup mit dem 1:0 gegen Lok Moskau gewonnen.

Der eigenwillige Salzburger, der den verletzten Gianluigi Buffon vertritt, blieb übrigens zum zweiten Mal in der "Königsklasse" ohne Verlusttor. Zuletzt war das beim 2:0-Erfolg in Madrid gegen Real der Fall. In Weißrussland in der zweiten Runde gegen BATE Borisow hatte er zwei-, im Heimspiel gegen die Spanier (1:2) einmal hinter sich greifen müssen. Zum Auftakt der Champions League war noch Buffon im Juve-Tor (1:0 daheim gegen Zenit) gestanden.

64. CL-Tor für Raul
Im zweiten Gruppe-H-Spiel zwischen BATE Borisow und Real Madrid herrschten zwar ebenfalls Kühlschrank-Temperaturen, aber dort fiel wenigsten ein Tor. Und das war kein gewöhnliches, sondern ein besonderes. Raul, Stürmer und Kapitän der "Königlichen", holte mit seinem 64. Treffer in einem UEFA-Bewerb den Italiener Filippo Inzaghi (AC Milan) in der ewigen Torschützenliste ein. In der Bestenliste der Champions League bzw. des Meistercups ist Raul mit 62 Toren sogar alleiniger Spitzenreiter.

Wie der weißrussische CL-Debütant stehen auch noch Celtic Glasgow (E), AC Fiorentina, Steaua Bukarest (beide F) und Fenerbahce Istanbul (G) ohne Sieg da. Dass die Schotten auch im 20. Auswärtsspiel sieglos blieben, haben sie sich selbst zuzuschreiben. Nach 1:0-Führung in Aalborg traf Caldwell drei Minuten vor dem Schlusspfiff des Tiroler Schiedsrichters zum 2:1 für die Dänen ins eigene Tor.

Nullnummer bei Villareal gegen ManU
Im Pool E waren die ersten zwei Plätze schon vor dem Dienstag vergeben. Daher war das 0:0 zwischen Villarreal und ManU keine Überraschung. Alex Ferguson, der Manager der Engländer, traf den Nagel auf den Kopf, als er meinte: "Zwei so offensive Teams und kein Tor in zwei Spielen - ich denke, alle hoffen, das wir im Römer Endspiel nicht nochmals aufeinandertreffen."

In München stellte der Italiener Luca Toni mit seinem ersten Saisontor in der "Millionen"-Liga gegen Steaua auf 2:0. Vor und nach dem Stürmer traf jeweils Kollege Miroslav Klose beim 3:0-Heimsieg des FC Bayern. "Wir freuen uns auf die K.o.-Spiele und trauen uns da einiges zu", jubelte Trainer Jürgen Klinsmann. In Florenz war Benzema mit einem Treffer und einem Assist der Mann des 2:1-Sieges von Olympique Lyon. Er ließ seinen Trainer Claude Puel feststellen: "Das war unser bestes Spiel in dieser CL-Saison."

Lisandro-Doppelpack für Porto
Wie Klose in München war der Brasilianer Lisandro in Istanbul beim 2:1 des FC Porto gegen Fenerbahce zweifacher Torschütze. "Feners" spanischer EM-Trainer Luis Aragones sah von seiner Truppe zwar in den ersten "35 Minuten den besten Fußball in dieser Saison", musste aber ernüchternd gestehen: "Man muss seine Chancen nützen, sonst gewinnen die anderen, das ist heute passiert."

In London schoss der in der 69. Minute für den Waliser Aaron Ramsey eingewechselte Däne Nicklas Bendtner Arsenal kurz vor Schluss in die Runde der letzten 16. Das Goldtor des Stürmers gegen Dynamo Kiew war das 150. der "Kannoniere" im 104. CL-Spiel. Arsenal, stark ersatzgeschwächt angetreten und in den jüngsten fünf Partien zur Premier League nur einmal erfolgreich, ist vor eigenem Publikum nun schon 25 Europacup-Matches ohne Niederlage.

(apa/red)

26.11.2008 14:09
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