Neugebauer zum 2. NR-Präsidenten gekürt:
Behält ÖAAB-Obmann bisherige Funktionen?

  • Mit 76,5 % zum Spindelegger-Nachfolger gewählt
  • Strache spricht von "streitbarer Persönlichkeit"

Fritz Neugebauer (ÖVP) ist im Nationalrat zum Zweiten Nationalratspräsidenten gewählt worden. Er erhielt 124 von 162 abgegebenen Stimmen, 38 Stimmen entfielen auf andere Abgeordnete. Der ÖAAB-Obmann folgt seinem Parteikollegen Michael Spindelegger nach, der zum Außenminister aufgestiegen ist. Erste Präsidentin ist SPÖ-Abgeordnete Prammer, Dritter ist der umstrittene FPÖ-Mandatar Graf.

Mit 76,5 Prozent Zustimmung hat Neugebauer ein schwächeres Ergebnis als etwa Prammer und Spindelegger mit jeweils gut 83 Prozent bei ihrer Wahl Ende Oktober erzielt. Graf wurde damals mit 70 Prozent zum Dritten Nationalratspräsidenten gewählt.

50 Prozent reichen
Neugebauer ist mit seinen 76,5 Prozent sehr zufrieden. In der Demokratie reichen 50 Prozent und eine Stimme, sagte Neugebauer. Auf seinem neuen Sitzplatz hat er "einen besseren Überblick", so Neugebauer. Bedeckt hielt er sich darüber, ob er weiter seine Funktionen als Chef der GÖD und Vorsitzender des ÖAAB behält.

Das hätten jene zu entscheiden, die ihm diese Verantwortung übertragen haben. Die Frage, ob er zur Verfügung stünde, beantwortete Neugebauer ausweichend. Ob man für eine Funktion zur Verfügung stehe, hänge auch vom gesundheitlichen Zustand ab.

"Streitbare Persönlichkeit"
FPÖ-Chef Strache meinte in Anspielung auf den Widerstand gegen Graf, dass die Freiheitlichen das Vorschlagsrecht der ÖVP anerkennen und keine "politischen Spielchen" betreiben. Er bezeichnete Neugebauer als "streitbare Persönlichkeit", bei der man wisse, "woran man ist". Für das BZÖ sprach Peter Westenthaler Neugebauer das Vertrauen aus, weil dieser ein "harter Verhandler" sei und sich nicht "knebeln lasse". Die Grünen hätte lieber eine Frau in dieser Funktion gesehen, wie der Abgeordnete Brosz sagte. (apa/red)

3.12.2008 14:02
Artikel bookmarken bei: ? Hilfe

Das Wetter heute: