Aufatmen für alle festsitzenden Touristen:
Flugverkehr endlich wieder aufgenommen

  • Bangkok: Die letzten Demonstranten sind abgezogen
  • Neuer Premier soll Anfang nächster Woche feststehen

Nach dem Ende der Blockade des wichtigsten Flughafens in Thailand ist dort erstmals wieder ein Passagierflugzeug gelandet. Stunden vorher waren die letzten der zeitweise mehr als 10.000 Demonstranten vom internationalen Airport Suvarnabhumi abgezogen. Die Regierungsgegner hatten eine Woche lang den Flugbetrieb lahmgelegt, so dass Hunderttausende nicht abfliegen konnten.

Die politische Zukunft Thailands blieb aber zunächst ungewiss: Dutzende der rund 230 Abgeordneten der aufgelösten PPP haben die neue Partei Puea Thai (Für Thais) gegründet und wollen nächste Woche aus ihren Reihen einen neuen Regierungschef wählen. Aussichtsreicher Anwärter ist der frühere Innenminister und bisherige Gesundheitsminister Chalerm, ein enger Vertrauter des vor zwei Jahren gestürzten und im Exil lebenden Regierungschefs Thaksin, dem massive Korruption vorgeworfen wird. Auch der jetzt abgesetzte Somchai ist ein Thaksin-Vertrauter und wurde deswegen zum Rücktritt gedrängt.


Hauptziel der Demonstranten erreicht
Die Demonstranten beendeten ihre Aktion, nachdem ihr Hauptziel, der Sturz der Regierung, erreicht worden war. Das Verfassungsgericht löste die regierende Partei der Volksmacht (PPP) wegen Wahlbetrugs auf und erzwang damit die Entlassung von Regierungschef Somchai, der gemeinsam mit 59 Parteigängern für fünf Jahre vom politischen Leben ausgeschlossen wurde. Schon sein Vorgänger Samak war vom Verfassungsgerichtshof abgesetzt worden, weil der leidenschaftliche Koch in einer TV-Show seine kulinarischen Künste zum Besten gegeben hatte. Einem Premier ist es aber verboten, einen Nebenjob zu haben. Der Anführer der Demonstranten und Gründer der PAD, Sondhi Limthongkul, drohte neue Protestaktionen an, wenn das Parlament erneut einen Thaksin-Vertrauten wähle.

Die Wahl des Nachfolgers von Ministerpräsident Somchai Wongsawat, der zusammen mit weiteren 59 Parteifunktionäre für fünf Jahre mit politischem Betätigungsverbot belegt worden ist, dürfte am 8. Dezember durch das Parlament erfolgen.

Mehr als 350.000 Reisende saßen wegen der Blockaden zeitweise in Bangkok fest, sie sollen zunächst teils weiter über die für den kommerziellen Verkehr geöffnete Militärbasis Utaphao ausgeflogen werden. Thai Airways kündigte eine Schadenersatzklage gegen die PAD-Anführer an. Sie macht Verluste von 20 Milliarden Baht (rund 450 Millionen Euro) durch die Flughafenblockaden geltend.

(apa/red)

3.12.2008 14:41
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